Zu lange Wartezeiten, überflüssige Papierformulare: Wer sich über Vorschriften ärgert, kann das jetzt online melden. Die Regierung verspricht, zuzuhören.

Wer schon immer Kritik an der deutschen Bürokratie loswerden wollte, kann dies ab sofort über ein spezielles Online-Portal tun. "Wir schaffen eine zentrale Anlaufstelle für die Bürokratie-Sorgen der Bürger und Unternehmen in unserem Land", sagte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). "Jede Rückmeldung hilft uns, Vorschriften zielgerichtet zu verschlanken und Freiräume für Investitionen, Innovation und unternehmerische Initiative zu schaffen", ergänzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bei der gemeinsamen Vorstellung.
Portal soll für konkrete Entlastung sorgen
Das Portal ist unter www.einfach-machen.gov.de zu erreichen. Es wurde im Digitalministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschafts- und Bundesarbeitsministerium entwickelt. "Jede Meldung hilft uns dabei, konkrete Entlastungen für diejenigen zu schaffen, die täglich anpacken", betonte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Weniger Bürokratie bedeute mehr Zeit und Raum für Innovation und Wertschöpfung in den Betrieben.
Nutzerfreundliches Formular
Dabei richtet sich das Portal an Bürgerinnen und Bürger, an Unternehmen, Verbände und Beschäftigte der Verwaltung. "Über ein nutzerfreundliches Formular können Hindernisse beschrieben und konkrete Verbesserungsvorschläge mit nur sieben Klicks eingereicht werden", hieß es in der gemeinsamen Mitteilung der Ministerien.
Konkrete Beispiele genannt
Die Ministerien nannten auch konkrete Beispiele: So könnte die Meldung eines Selbstständigen etwa lauten: "Die Beantragung einer einfachen Betriebserlaubnis dauert aktuell mehrere Wochen ohne erkennbare Gründe." Oder ein Unternehmen könnte beanstanden, dass für den Export eines Produkts Unterlagen in Papierform eingereicht werden müssten, obwohl alle Daten bereits digital vorlägen.
KI soll beim Bürokratie-Abbau helfen
Wie Wildberger sagte, wird das Feedback mithilfe von Maschinen und Künstlicher Intelligenz analysiert und priorisiert. Dabei sei alles mit "hohen Sicherheitsstandards" versehen. Gleichzeitig schraubte er die Erwartungen etwas zurück: "Wir werden uns sicherlich nicht um alles kümmern können, sondern wir müssen das an den Kapazitäten ausrichten."