Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kann bei den europäischen Bankenstresstests auf die Unterstützung der hessischen Landesregierung bauen. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitag sagte, hat die Regierung "das Ziel, dass die Helaba die Tests besteht". Zuvor galt die Bank als Wackelkandidat bei den derzeit durchgeführten Stresstests.
Hessen will Helaba bei Stresstests helfen
Frankfurt/Main (dapd). Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kann bei den europäischen Bankenstresstests auf die Unterstützung der hessischen Landesregierung bauen. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Freitag sagte, hat die Regierung "das Ziel, dass die Helaba die Tests besteht". Zuvor galt die Bank als Wackelkandidat bei den derzeit durchgeführten Stresstests.
Eine konkrete Lösung für die Stärkung der Helaba-Kapitaldecke gibt es nach Angaben des Sprechers noch nicht. Doch egal wie diese aussieht, es könnte teuer für das Land Hessen werden. Mit den Äußerungen aus dem Finanzministerium hat sich der Ton in der hessischen Regierung binnen kurzer Zeit geändert. Noch Anfang April regte Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) an, die Helaba könne über einen Boykott der Tests nachdenken.
Wohl aus gutem Grund. So droht die Helaba angesichts des relativ hohen Anteils Stiller Einlagen am Kernkapital, bei den Tests durchzufallen. Diese zählen bis mindestens 2015 zwar noch komplett zum Kernkapital. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA will die Stillen Einlagen im Bankenstresstest aber dennoch nicht berücksichtigen. Der Helaba drohen beim Nicht-Bestehen ein Reputationsschaden und schlimmstenfalls steigende Refinanzierungskosten.
Einziger Ausweg: Bis Ende April müssen die Helaba-Eigner, das sind zu 85 Prozent die Sparkassen Hessens und Thüringens sowie zu 15 Prozent die beiden Bundesländer, eine Lösung finden. Im Prinzip haben die Eigner drei Möglichkeiten. Sie können die Stillen Einlagen entweder "härten" und damit fit für Basel III und die Stresstests machen, sie in Stammkapital wandeln oder eine Kapitalerhöhung durchführen.
Jede der Lösungen hat allerdings einen Haken. Bei der Wandlung Stiller Einlagen müsste das Land Hessen tief in Tasche greifen. Bislang hat die Stille Einlage im Wesentlichen eine Haftungsfunktion für die Bank, mit der keine Liquiditätszuführung verbunden war. Bei einer Wandlung müsste Hessen die Gelder aber tatsächlich in die Bank einlegen. Eine "Härtung" der Stillen Einlagen hätte indes zur Folge, dass die Helaba an das Land Hessen einen höheren Zinssatz für die Stille Einlage zahlen müsste. Unterm Strich würde der Nettogewinn der Bank damit schmelzen.
Stille Einlagen machen rund 3 Milliarden Euro des Helaba-Kernkapitals von insgesamt 5,7 Milliarden Euro aus. Allein 1,9 Milliarden Euro kommen vom Land Hessen.
Die NordLB, die sich in einer ähnlichen Situation befindet, hat diese Woche bereits reagiert. Neben der Wandlung Stiller Einlagen im Volumen von 1,1 Milliarden Euro in Stammkapital wird das Land Niedersachsen 600 Millionen Euro frisches Kapital in die Bank einschießen, damit die Landesbank aus Hannover den Bankenstresstest der EBA besteht. Das kündigte Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring am Donnerstag im Landtag von Hannover an.
dapd
