Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilt, ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September 2009 um 125.000 auf 3,346 Millionen Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,3 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent.
Herbstbelebung sorgt für mehr Beschäftigung
Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, fasste die Entwicklung des Arbeitsmarktes im September 2009 zusammen: "Durch die Herbstbelebung ist die Arbeitslosigkeit im September deutlich zurückgegangen. Dies ist jedoch keine Trendwende. Insgesamt bleiben die Auswirkungen der Wirtschaftkrise auf den Arbeitsmarkt weiterhin spürbar.“
Die Arbeitslosigkeit ist von August auf September um 125.000 auf 3.346.000 gesunken (West: -83.000 auf 2.307.000; Ost: -42.000 auf 1.040.000). Das Saisonbereinigungsverfahren errechnet für den September eine Abnahme um 12.000. Für die jüngste Entwicklung hat laut BA ein Sondereffekt infolge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente eine Rolle gespielt. Berücksichtige man die gesamte Entlastung durch Arbeitsmarktpolitik – deren aktuelle Veränderung von diesem Sondereffekt dominiert wird – wäre die Arbeitslosigkeit nach Angaben der Bundesagentur saisonbereinigt im September schätzungsweise um 10.000, im August um 13.000 und im Juli um 18.000 gestiegen. Das sei deutlich weniger als im ersten Halbjahr und angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen vergleichsweise moderat.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 266.000 Arbeitslose mehr. Der Anstieg erklärt sich laut BA durch die schwere Rezession, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet. Entlastend wirken demnach Kurzarbeit und weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen sowie das rückläufige Arbeitskräfteangebot (-135.000 im Jahresdurchschnitt 2009).
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im August saisonbereinigt um 4.000 gesunken. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach vorläufigen Daten der BA, die bis Juli reichen, saisonbereinigt um 5.000 abgenommen. Damit hat sich der saisonbereinigte Rückgang in den Sommermonaten abgeschwächt; es bleibe allerdings abzuwarten, ob sich diese Entwicklung bestätigt. Nicht saisonbereinigt ist die Erwerbstätigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juli auf August um 43.000 auf 40,19 Millionen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Erwerbstätigkeit um 156.000 verringert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli nach der Hochrechnung der BA bei 27,34 Millionen; gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang von 102.000. Die Abnahme werde vor allem dadurch begrenzt, dass die Teilzeitbeschäftigung noch steige, während die Vollzeitbeschäftigung deutlich rückläufig sei.
Der scheidende Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) bewertete die Zahlen positiv: "Die vielfach herbeiprophezeite Katastrophe auf dem Arbeitsmarkt bleibt weiterhin aus." Die Brücke über die Krise trage weiter: Über 1,4 Millionen Arbeitnehmer seien in Kurzarbeit. Fast eine halbe Million Beschäftigte habe dank konsequenter Förderung der Kurzarbeit ihren Arbeitsplatz nicht verloren. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei das Resultat richtiger politischer Entscheidungen. "Wir haben mit der Kurzarbeit in der Krise Hunderttausende Arbeitsplätze gerettet", sagte Scholz.
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