Neue Mitarbeiter finden Heldenhafter Einsatz für den Bau

Ein mittelständisches Bauunternehmen beschreitet neue Wege bei der Akquise von Fach- und Nachwuchskräften. Jetzt verzeichnet die Sprenger GmbH erste Erfolge mit der ungewöhnlichen Kampagne.   

Foto-Shooting zu Helden am Bau
Mitarbeiter werden in einem Foto-Shooting zu Helden am Bau. - © Sprenger GmbH

Bisher hat die Sprenger GmbH als mittelständisches Bauunternehmen in Hof auf traditionellem Weg, zum Beispiel mit Stellenanzeigen in Tageszeitungen und Fachzeitschriften, und nur nach Bedarf nach neuen Mitarbeitern gesucht. Doch das gestaltete sich zunehmend schwieriger. Der Wandel am Arbeitsmarkt und der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften ließen den Handwerksbetrieb umdenken. Zusammen mit einer Werbeagentur wurde die Idee einer Arbeitgebermarke und ein darauf abgestimmtes Social-Media-Konzept entwickelt, das den potenziellen Nachwuchs auf den Kanälen anspricht, auf denen die jungen Menschen selbst aktiv sind. Nun sucht Sprenger-Bau nicht mehr nur nach Nachwuchskräften, sondern nach "Helden am Bau".

Anerkennung der Arbeitsleitung

"In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Gewinnung von neuen, motivierten Mitarbeitern und das Schaffen einer Arbeitsumgebung, in der die Anerkennung der Arbeitsleistung im Zentrum steht, wichtiger denn je", fasst Geschäftsführer Ralf Sprenger die Zielstellung für sein Unternehmen zusammen. "Als Medium, um unsere Haltung zu transportieren, setzen wir auf die Social-Media-Kanäle, über die wir das am besten leben können."

Nach gut einem Jahr intensiver Vorarbeit ging die Nachwuchs- und Mitarbeiterkampagne zum August dieses Jahres an den Start. "Dabei war es uns besonders wichtig, das gesamte Team frühzeitig zu informieren und mit im Boot zu haben," skizziert Manuel Seepe, Assistent der Geschäftsleitung bei Sprenger, das Vorgehen. Denn die Kampagne habe zwei Dimensionen: die gezielte Nachwuchswerbung, aber auch die Bindungen der bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seepe: "So wollen wir es schaffen, neues Personal zu gewinnen, aber auch unser bisheriges Team zu einer ‘eingeschworenen Truppe‘ zu formen." Zudem solle das Berufsbild attraktiver dargestellt werden, "denn vielen ist gar nicht bewusst, wie vielseitig und spannend unsere Aufträge sind und welche Gestaltungsmöglichkeiten und Karrierechancen wir im Bau bieten", betont der Assistent. Und so wirbt der Betrieb nun mit den neu etablierten Kommunikationskanälen auf Facebook, Instagram, YouTube, Xing und LinkedIn für freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Zudem wurde eine GoogleAds-Kampagne konzipiert, die Anzeigen gezielt an Jobsuchende ausspielt. Doch auch jenseits der Online-Welt sind die Bau-Helden zum Beispiel auf Bauzaun-Bannern zu sehen.

Mitarbeiter/-innen als Botschafter

Das Besondere: Die Protagonisten und Botschafter stammen alle aus dem eigenen Unternehmen, werben für ihren Beruf und stellen ihr Handwerk im "Helden-Stil" vor. Dafür hat man bei Sprenger viel Zeit und Geld investiert, die Social-Media-Kanäle bei Mitarbeitenden eingeführt, das Team gebeten, eigene Fotos und Videos von ihrer Arbeit einzusenden sowie ein professionelles Foto-Shooting organisiert, bei dem die ausdrucksstarken Motive für die Außenwerbung entstanden.

Staatliche Förderungen

Realisiert werden konnte das Projekt auch durch die Nutzung staatlicher Förderungen (zum Beispiel "go-digital") und einer Umschichtung des bisherigen Werbeetats zugunsten der Social-Media-Aktivitäten. Die besondere Herausforderung bei der Umsetzung der Kampagne lässt Manuel Seepe aber nicht außen vor: "Es war schon spannend, unser Marketing-Konzept mit den Datenschutzbestimmungen unter einen Hut zu bringen. Außerdem stellte sich die Frage, wie wir unsere Kunden mit auf diese ‘Helden-Reise‘ nehmen konnten."

Erste Erfolge zeichnen sich ab

Doch erste Erfolge zeichnen sich schon ab. Sprenger Bau verzeichnet seit dem Start der Kampagne quantitativ wesentlich mehr Bewerbungen als zuvor und auch Initiativbewerbungen von Quereinsteigern gibt es schon. Zudem wird das Unternehmen spürbar anders wahrgenommen – als starker Arbeitgeber in der Baubranche. "Das hat uns das positive Feedback von vielen Seiten eindeutig gezeigt", freut sich Manuel Seepe.

Und wie geht es mit den Helden weiter? "Unsere Kampagne ist zunächst mal auf zwei Jahre angelegt", sagt Seepe, "dann sehen wir, wie diese Idee weiter ausgebaut werden kann." Für die Verantwortlichen ist sie aber bereits jetzt ein Ansatzpunkt, um sich mit anderen Unternehmen der Branche zu vernetzen und so das Bauhandwerk in der Region weiter zu stärken.