Heizung austauschen Heizungsförderung jetzt auch für Betriebe

Mit der dritten und letzten Stufe können jetzt auch Vermieter von Einfamilienhäusern, Kommunen und Unternehmen Fördergelder für den Heizungstausch beantragen. Worauf zu achten ist.

Wärmepumpen vor Haus
Nach Angaben der KfW kann die Zuschussförderung direkt im Online-Kundenportal der KfW beantragt werden. - © Brebca - stock.adobe.com

Ab sofort können alle berechtigten Immobilienbesitzer eine staatliche Förderung für den Austausch ihrer alten Heizungen beantragen. "Die Antragstellung für die neue Heizungsförderung startet am 27. August wie geplant auch für die dritte und letzte noch offene Antragstellergruppe", teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Neben den bisher Berechtigten können nun auch Vermieter von Einfamilienhäusern sowie Unternehmen und Kommunen Anträge stellen, hieß es bei der zuständigen Förderbank KfW. 

Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten

Nach Angaben der KfW kann die Zuschussförderung direkt im Online-Kundenportal der KfW beantragt werden. So können etwa Unternehmen für ihre Wohngebäude und Nichtwohngebäude einen Zuschuss von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten bekommen. Dieser beinhalte eine Grundförderung von 30 Prozent und einen Effizienzbonus von fünf Prozent. Zusätzlich sei ein Emissionsminderungszuschlag von pauschal 2.500 Euro möglich. Dabei hänge der Höchstbetrag der förderfähigen Gesamtkosten von der Anzahl der Wohneinheiten im jeweiligen Mehrfamilienhaus ab. Bei Nichtwohngebäuden sei die Nettogrundfläche entscheidend.

Maximal 70 Prozent an Förderung möglich

Bei Selbstnutzern und Vermietern von Einfamilienhäusern, bei Wohneigentümergemeinschaften (WEG) sowie privaten Eigentümern von Mehrfamilienhäusern setzt sich die Zuschussförderung nach Angaben der KfW aus einer Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten sowie mehreren möglichen Boni zusammen. Dazu zähle etwa ein Effizienzbonus (für besonders effiziente Wärmepumpen) von fünf Prozent. Selbstnutzende Eigentümer bekämen zudem einen Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent bei einem zügigen Heizungstausch vor Ende 2028. Und wer nicht mehr als 40.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen hat, kann laut Förderbank noch einen Einkommensbonus von 30 Prozent erhalten. Der Maximalbetrag der Förderung liege bei 70 Prozent.

Ministerium: Bisher rund 93.000 Zusagen erteilt

Wie die KfW weiter mitteilte, wurden seit dem Förderstart am 27. Februar 2024 bis zum 23. August 2024 rund 93.000 Zusagen für Förderzuschüsse in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erteilt. Die Mittel kommen aus dem Klima- und Transformationsfonds. Die Zusagen für die Zuschüsse und die Reservierung der Fördermittel erfolgen nach Angaben der Förderbank bei vollständigen Unterlagen und förderfähigen Projekten in der Regel digital in wenigen Minuten. Daneben gebe es zinsgünstige Ergänzungskredite sowohl für Investitionen in Wohngebäude als auch in Nichtwohngebäude. Diese könnten bei Banken und Sparkassen beantragt werden.

Auszahlung der Zuschüsse ebenfalls gestaffelt

Wie die KfW weiter mitteilt, können die Nachweise für die Auszahlung der Zuschüsse analog zur Antragstellung jeweils nach sechs Monaten gestaffelt bei der KfW digital eingereicht werden. Das bedeutet, dass die Ende Februar gestartete erste Gruppe, die der selbstnutzenden Einfamilienhausbesitzer, ab 30. September die entsprechenden Unterlagen einreichen kann. In der Regel werde der Zuschuss dann spätestens zum Ende des Folgemonats "nach positiver Prüfung der Nachweisdokumente und der Fördervoraussetzungen durch die KfW" auf das Bankkonto des Zuschussempfängers überwiesen.

Erwartungen an Gesetz bisher nicht erfüllt

Bisher liegt die Anzahl der Förderungen unter den Erwartungen der Politik. Zuletzt war der Absatz von Wärmepumpen stark zurückgegangen, wie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) Ende Juli mitteilte. So wurden im ersten Halbjahr rund 90.000 Wärmepumpen verkauft. Dies war ein Minus von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt rechnet der Verband bis zum Jahresende mit einem Absatz von maximal 200.000 Wärmepumpen. Die Bundesregierung hatte ursprünglich das Ziel formuliert, ab 2024 jedes Jahr 500.000 Wärmepumpen zu installieren.

Installateur-Handwerk: "Jetzt ist der beste Zeitpunkt"

Das Installateur-Handwerk rät Hausbesitzern unterdessen, nicht zu lange zu warten. "Wir glauben nicht daran, dass die Preise für Heizungsanlagen noch einmal sinken werden", sagte jüngst Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. "Dank der neuen, attraktiven Förderung durch die KfW-Bank von bis zu 70 Prozent ist jetzt der beste Zeitpunkt, seine Heizung zu modernisieren und fit zu machen für die Wärmewende", riet er. Die Förderzusagen kämen sehr schnell. Auch werde der Klimageschwindigkeitsbonus in den kommenden Jahren wieder sinken. Zudem sei ungewiss, wie lange die Politik die Fördertöpfe noch so gut bestücken könne wie aktuell.

>>> Weitere Informationen zur Heizungsförderungen finden Sie hier: www.kfw.de/heizung