Die Wärmekonferenz in Berlin macht deutlich, was die Spitzenverbände von der Politik erwarten. Ein Schlüssel für die Zukunft ist auch die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit.

Noch hat die Heizungsbranche alle Hände voll zu tun. Angesichts der schwachen Baukonjunktur und unklarer Förderbedingungen könnte es in einigen Monaten schon anders aussehen. Die Branche fordert deshalb endlich eine "klare Förderkulisse, die auch verstetigt wird", wie Michael Hilpert, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) am Rande der Deutschen Wärmekonferenz in Berlin sagte. Die Politik müsse ihre Hausaufgaben machen und die Förderung passend zum Gebäudeenergiegesetz auf den Weg bringen, nannte Hilpert nur eine der Forderungen an den Bundeswirtschaftsminister.
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Sorge vor anhaltend abwartender Haltung der Verbraucher
Die Branchenvertreter warnten davor, die abwartende Haltung der Endverbraucher durch fehlende Rahmenbedingungen zu stärken. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Vaillant-Gruppe, Norbert Schiedeck, wies darauf hin, dass der Einbau einer Wärmepumpe ganz "überwiegend das Ergebnis eines geplanten Vorganges" sei. Auch deshalb seien klare Rahmenbedingungen für die Förderung notwendig. Der eine oder andere Endverbraucher werde auch die kommunale Wärmeplanung abwarten, bevor er sich für eine Heizungserneuerung entscheide.
Handwerk reagiert flexibel auf Wärmepumpenhochlauf
Hilpert betonte, dass das SHK-Handwerk in den vergangenen Monaten nicht nur den Ärger und die Verunsicherung vieler Kunden über das Gebäudeenergiegesetz weggesteckt, sondern sich auch schnell und flexibel auf die Wärmewende eingestellt habe. Mittlerweile hätten sich 80 Prozent der Kollegen mit der Wärmepumpe beschäftigt und ihre Mitarbeiter entsprechend geschult, wie eine aktuelle Umfrage zeige.
Mehr Seiteneinsteiger nötig
Der ZVSHK-Präsident machte zugleich deutlich, dass die Branche die zusätzlichen Mitarbeiter für den Markthochlauf der Wärmepumpe nicht "von der Straße pflücken" könne. Zwar sei es gelungen, die Zahl der neuen Auszubildenden um rund vier Prozent zu steigern. Das werde aber nicht reichen. Es bringe auch nichts, sich gegenseitig die Fachkräfte abzuwerben oder jemanden im Schnelldurchgang zum Wärmepumpen-Monteur auszubilden. Vielmehr gehe es auch darum, Seiteneinsteiger zu gewinnen sowie Arbeitsabläufe zu optimieren und die Digitalisierung voranzutreiben.
Gewerkübergreifende Kooperationen immer wichtiger
Wichtig für zufriedenstellende Ergebnisse für den Endkunden sind nach Einschätzung des ZVSHK-Präsidenten auch die zunehmenden Kooperationen mit anderen Gewerken wie dem Elektrohandwerk oder dem Dachdeckerhandwerk. Ein Beispiel für eine gewerkeübergreifende Zusammenarbeit sei die in Berlin geplante Klimawerkstatt zur Ausbildung von Nachwuchskräften.