Elektrik bleibt Sorgenkind Nummer eins GTÜ: Weniger Mängel bei der Hauptuntersuchung

Die Autos der Deutschen werden älter, haben aber weniger Mängel. Das geht aus der Statistik der Prüforganisation GTÜ hervor. Dafür gibt es eine Erklärung, die das Handwerk freuen dürfte.

Die Prüfer der Gesellschaft für technische Überwachung haben bei der Hauptuntersuchung im ersten Halbjahr 2016 weniger Mängel gefunden. - © gtü

Denn GTÜ-Geschäftsführer Robert Köstler sieht in der Zunahme von Service- und Reparaturleistungen in den Kfz-Werkstätten einen Grund dafür, dass im ersten Halbjahr 2016 mehr Fahrzeuge ohne jegliche Beanstandung die Hauptuntersuchung (HU) absolvierten. Das ist eine Verbesserung um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die GTÜ-Prüfingenieure schickten von Januar bis Juni dieses Jahres 21,2 Prozent der Autos mit erheblichen Mängeln als verkehrsunsicher zurück in die Werkstatt. Weitere 17,5 Prozent wiesen geringe Mängel auf, während 61,3 Prozent der Pkw die HU ohne Probleme meisterten. Insgesamt wurden mehr als 2,3 Millionen Hauptuntersuchungen für die aktuelle Mängelstatistik ausgewertet, so die GTÜ.

Mit dem Alter steigen die Mängel

Derweil nimmt das Durchschnittsalter aller 45,1 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw weiter zu. Es liegt derzeit bei 9,2 Jahren, was sich auch bei der HU niederschlägt.

Je älter die Autos sind, desto häufiger fallen sie auch durch die Hauptuntersuchung: Von den ein- bis dreijährigen Pkw bekommen bei der GTÜ knapp vier Prozent keine Plakette. Bei den über neun Jahre alten Autos liegt der Anteil bei fast einem Drittel. Hochgerechnet bedeutet dies, dass mehr als 13 Millionen Pkw dieser Altersklasse mit sicherheitsrelevanten Mängeln im täglichen Straßenverkehr unterwegs sind, warnt die GTÜ.

Elektrik besonders anfällig

Mängel-Spitzenreiter über alle Altersklassen hinweg ist bei den GTÜ-geprüften Pkw mit 25,7 Prozent die Baugruppe "Beleuchtung und Elektrik". Auf Platz zwei folgt die "Umweltbelastung", ausgelöst durch Motorabgase, Ölverlust oder Lärmentwicklung mit 23,4 Prozent. Den dritten Platz belegt die "Bremsanlage" mit 17,4 Prozent. Erst dann folgen "Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen" mit 12,8 Prozent und „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“ mit 8,7 Prozent.

Die Zahl der Einzelmängel bei den mit Mängeln behafteten Fahrzeugen habe in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Neben vernachlässigter Wartung dürfte ein weiterer Grund hierfür das Jahr für Jahr steigende Alter der Pkw auf unseren Straßen sein, vermutet man bei der GTÜ. ste