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Hardware-Nachrüstung SCR-Nachrüstung für Diesel-Nutzfahrzeuge: Förderprogramm verlängert

Abgasfilter für Diesel-Transporter sollen die Stickoxid-Belastung um bis zu 85 Prozent reduzieren und Handwerker vor Fahrverboten schützen. Bei einer Nachrüstung schießt der Bund bis zu 4.800 Euro zu, das Programm wurde jetzt verlängert. Wer die Förderung bekommt.

Besitzer von Handwerker- und Lieferfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 2,8 und 7,5 Tonnen können weiterhin Fördermittel für die Nachrüstung mit einem SCR-System beantragen. Das entsprechende Programm wurde bis Ende 2021 verlängert. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte sich zuvor für eine Ausweitung ausgesprochen.

Bis zu 80 Prozent der Kosten können gefördert werden

Betriebe können für leichte Nutzfahrzeuge (2,8 bis zu 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) eine Förderung von bis zu 3.600 Euro und bei schweren Nutzfahrzeugen (3,5 bis zu 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) maximal 4.800 Euro beantragen. In allen Gewichtsbereichen gilt eine maximale Förderquote von 80 Prozent.

Die Kosten für ein Filtersystem liegen nach Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums bei leichten Handwerker- und Lieferfahrzeugen zwischen 4.000 und 8.000 Euro, bei schweren zwischen 6.000 bis 12.000 Euro. Ein Abgasfilter kann die Stickoxidbelastung eines Kleinlasters um bis zu 85 Prozent reduzieren. Für Handwerksbetriebe stellt die Hardware-Nachrüstung eine Absicherung dar, auch weiterhin unabhängig von Ausnahmegenehmigungen in Städte mit hoher Stickoxidbelastung fahren zu dürfen.

Wer die Förderung beantragen kann

Die Förderung erfolgt im Rahmen von "Aufrufen". Am 5. November 2020 wurde im Bundesanzeiger der vierte Förderaufruf veröffentlicht. Anträge im Rahmen dieses Förderaufrufes müssen bis zum 31. März 2021 bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) eingereicht werden. Eine vollständige Abrechnung muss bis zum 31. Juli 2021 erfolgt sein. 

Antragsberechtigt sind Halter von gewerblich genutzten Fahrzeugen, die ihren Firmensitz in einer von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Städte oder in einem der angrenzenden Landkreise haben, sowie gewerbliche Fahrzeughalter, deren Firma nennenswerte Aufträge in der Stadt hat. "Nennenswerte Aufträge" liegen dabei vor, wenn 25 Prozent oder mehr der Aufträge pro Jahr in der belasteten Stadt geleistet werden. Dabei stellt das volle Wirtschaftsjahr im Sinne des § 4a des Einkommenssteuergesetzes den maßgeblichen Referenzzeitraum dar. Auch wer 25 Prozent oder mehr des Umsatzes in einer von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Stadt macht, ist förderberechtigt.

Neue Zulassungen für Nachrüstsätze

Bis September 2020 wurden durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) weitere Allgemeine Betriebserlaubnisse (ABE) für Nachrüstsätze für Nutzfahrzeuge erteilt. So liegen mittlerweile sechs ABE für verschiedene Nutzfahrzeugtypen vor. Grundsätzlich gilt: Die Einreichung eines Förderantrages bei der BAV reicht aus, um die Mittel zu binden. Es muss zum Zeitpunkt der Beantragung noch kein Nachrüstsatz für das jeweilige Fahrzeug beim KBA zugelassen oder in Werkstätten verfügbar sein.

Weitere Informationen bietet der ZDH auf einer eigenen Themenseite .

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