Beruf und Ehrenamt Handwerkskunst und Gipfelglück

Torsten Schulze aus Dresden ist seit 1996 selbständiger Klempnermeister. Seine Höhentauglichkeit stellt er nicht nur beruflich unter Beweis.

Kletterer in Felsspalte
Torsten Schulze liebt das Klettern - wie hier an der Zyklopenmauer am Kuhstall in der Sächsischen Schweiz. - © privat

"Meine erste Baustelle als selbstständiger Klempnermeister war die Auferstehungskirche in Dresden-Plauen", erinnert sich Torsten Schulze. Das war 1996. "Das war ein guter Einstieg. Bis letztes Jahr war ich jedes Jahr an umfangreichen Kirchensanierungen beteiligt – und das in ganz Sachsen", berichtet der 51-jährige Dresdner.

Schon in seiner Lehrzeit in den 1980er Jahren knüpfte Torsten Schulze erste Kontakte zur VEB Denkmalpflege. Nach der Wende arbeitete der Klempner zunächst bei der Fuchs und Girke Bau und Denkmalpflege GmbH, bis er sich schließlich selbstständig machte.

Turmbekrönung und Wetterfahne

Als besonders schönen Auftrag hat der vierfache Vater noch die Kirche in Dresden-Briesnitz in Erinnerung – hier war er mit der Turmbekrönung und der Wetterfahne betraut – sowie die Schmiedeberger Kirche zur Heiligen Dreieinigkeit. "Wir haben den Kirchturm komplett mit Kupferblechen eingedeckt und diese später noch farblich angepasst", erzählt der Klempnermeister. Seine handwerkliche Expertise hat Schulze an vielen weiteren Bauten und Objekten wie dem Bautzener Dom, der Großenhainer Kirche oder den Dampfern der sächsischen Flotte gezeigt. Über die Jahre hat er sich zudem umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Architektur und Kunstgeschichte angeeignet. Für 25 Jahre Handwerksleistung wurde er von der Innung für Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik Dresden nun mit dem Silbernen Meisterbrief geehrt.

Leidenschaft Sportklettern

Vergoldung des Altargeländers
Bei der Vergoldung des Altargeländers in der Dresdner Heilandkirche ist Schulzes Kompetenz als Kupferschmied gefragt. - © privat

Seine Höhentauglichkeit stellt Schulze nicht nur beruflich unter Beweis. Seit seiner Jugend geht er klettern, vor allem die Sächsische Schweiz hat es ihm angetan. "Die Liebe zum Klettern ist auch nie abgerissen", sagt er. "Und mit dem Erwachsenwerden meiner Kinder haben sich wieder mehr freie Valenzen ergeben." Seit Kurzem ist er erster Vorsitzender des sächsischen Landesverbandes des Deutschen Alpenvereins. In dieser Funktion setzt sich Schulze, der auch seit vielen Jahren im Dresdner Stadtrat für die Grünen ehrenamtlich aktiv ist, für das Sportklettern ein. "Unser Sport hat einen großen Zulauf bekommen, seitdem er olympisch ist", freut sich Schulze. Jetzt möchte er, dass sein Hobby an den Schulen präsenter wird und junge Menschen begeistert.