Steuertipp Handwerkerbonus & Co: Handwerker haftet nicht

Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt winkt privaten Kunden unter bestimmten Voraussetzungen eine Steueranrechnung in Höhe von 20 Prozent der Arbeitsleistung, maximal 1.200 Euro im Jahr. Eine Steueranrechnung gibt es auch für haushaltsnahe Dienstleistungen (z.B. Fensterreinigung) in Höhe von 20 Prozent der Arbeitsleistung, maximal 4.000 Euro pro Jahr. Doch was passiert, wenn der Kunde beim Finanzamt leer ausgeht?

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Ein typischer Fall aus der Praxis: Steuerzahler Huber beauftragte einen Handwerker mit Reparaturarbeiten im Bad seines Eigenheims. Kosten für die Arbeitsleistung 600 Euro. Er bezahlte die Rechnung bar, weil er das Geld zu Hause hatte. In seiner Steuererklärung beantragte er eine Steueranrechnung in Höhe von 120 Euro (600 Euro x 20). Doch wie Sie vielleicht schon vermuten, verweigerte das Finanzamt die Steueranrechnung. Begründung: Den Handwerkerbonus gibt es nur, wenn die Rechnung unbar beglichen wird.

Kunde hat keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen Dienstleister

Der Kunde ärgerte sich zuerst über das Finanzamt und dann über den Handwerker, der ihn nicht darüber aufklärte, dass es bei Barzahlung keine Steueranrechnung gibt. Er forderte vom Handerker die verlorene Steueranrechnung von 120 Euro. Der Handwerker lehnte natürlich ab und der Fall ging vor Gericht.

Praxis-Tipp:

Die gute Nachricht. Das Gericht schmetterte eine vergleichbare Klage ab (Amtsgericht Eisenhüttenstadt, Urteil v. 08 März 2021, 5 C 65/20; Quelle: Matthias Trinks, nwb Expertenblog v. 09. Mai 2021). Der Dienstleister hat keine Pflicht zu steuerlichen Beratungsleistungen. Der Auftraggeber muss sich selbst um seine steuerlichen Angelegenheiten kümmern. dhz

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