Auslandaufenthalt in der Ausbildung Handwerker von Welt

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben." Dieses alte Sprichwort trifft auch auf Auszubildende im Handwerk zu. Metallbauer-Geselle Dieter Schräder hat diesen Schritt gewagt und während seiner Ausbildung ein Praktikum in Frankreich absolviert.

Der Metallbauer-Geselle Dieter Schräder hat den Schritt gewagt und ein Auslandspraktikum in Frankreich absolviert. - © Dieter Schräder

Eine Zeit lang in einem anderen Land zu leben und zu arbeiten, war für den jungen Metallbauer Dieter Schräder aus Everswinkel bei Münster schon lange reizvoll. Da traf es sich gut, dass seine Ausbilderin ihm den Vorschlag unterbreitete, während der Ausbildung einige Wochen ins Ausland zu gehen.

Wenig später begann das Abenteuer für den damals 18-Jährigen: Zusammen mit einem Kollegen reiste er nach Nantes, einer Großstadt im Westen Frankreichs, um für eine Woche in einem Maschinenbaubetrieb zu arbeiten. Die Abläufe in dem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern waren denen in seinem Ausbildungsbetrieb in Everswinkel sehr ähnlich. "Ich habe zum Beispiel Gewinde geschnitten und gebohrt", erklärt Dieter Schräder.

Freundliche und fleißige Kollegen

In seiner zweiten Station, einer Kunstschmiede in der französischen Stadt Angers, arbeitete der junge Metallbauer sechs Wochen lang an Restaurierungsaufträgen für die vielen historischen Schlösser in Frankreich mit. "Metallbau ist sehr vielfältig, und mir gefällt das genaue und gestalterische Arbeiten", zeigte sich der Austausch-Praktikant begeistert.

Große Unterschiede in den Sitten und Gewohnheiten der beiden Länder konnte Schräder nicht feststellen. "Meine Kollegen in den Austauschbetrieben sind mir sehr freundlich und hilfsbereit begegnet. Außerdem waren sie, was man ja eigentlich besonders den Deutschen nachsagt, sehr fleißig." Auch anfängliche Probleme mit der französischen Sprache überwand der Auszubildende rasch: "Am Ende konnte ich mich dann viel besser ausdrücken und hatte eine Menge Fachausdrücke gelernt."

Mobilitätsberatung der Handwerkskammern

Damit Auszubildende gut auf ein Auslandspraktikum vorbereitet sind, bieten die deutschen Handwerkskammern mit einem eigenen Förder- und Informationsnetzwerk tatkräftige Unterstützung. Im Rahmen des Mobilitätsprogramms "Berufsbildung ohne Grenzen", das aus Mittel des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finanziell gefördert wird, helfen sogenannte Mobilitätsberater deutschen Betrieben bei der Suche nach Partnerfirmen in ganz Europa.

Auch den Nachwuchshandwerkern greifen die Berater bei der Vorbereitung ihres Auslandspraktikums unter die Arme. Dieter Schräder wurde bei seinem Frankreich-Aufenthalt von einer Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer Münster unterstützt: "Sie hat mir bei der Planung sehr geholfen und mich im persönlichen Gespräch auf das Praktikum vorbereitet", erklärt der heute 21-Jährige.

Über die vielen Möglichkeiten, während der Ausbildung eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten, informiert am 3. Dezember die Jugendbildungsmesse (JUBi) in Bonn. dhz