CDU und CSU haben heute ihre Personalien für das nächste Kabinett vorgestellt. Und da gibt es die eine oder andere Überraschung.

Nach Tagen der Spekulation gibt es jetzt Klarheit über die künftigen Unions-Mitglieder im neuen Bundeskabinett. Wie die CDU mitteilte, sollen neben dem wohl künftigen Bundeskanzler Friedrich Merz drei Ministerinnen und vier Minister aus der CDU dem neuen Kabinett angehören. Für Überraschung sorgen bei der CDU vor allem die Quereinsteiger aus der Wirtschaft. So soll der Manager Karsten Wildberger das neue Digitalministerium und die Energiemanagerin Katherina Reiche das Wirtschaftsministerium leiten. Und auch ein Handwerker zieht ins Kabinett ein: Der gelernte Metzgermeister Alois Rainer und langjährige CSU-Bundestagsabgeordnete soll neuer Bundeslandwirtschaftsminister werden.
Voraussetzung für Ministerämter: Die Kanzlerwahl am 6. Mai
Bevor die Minister und Ministerinnen offiziell ernannt und vereidigt werden können, muss zuerst Friedrich Merz zum Bundeskanzler gewählt werden. Das soll am 6. Mai geschehen. Zuvor müssen noch die Mitglieder der SPD dem Koalitionsvertrag zustimmen, bei der CDU und der CSU ist dies schon geschehen. Das Ergebnis ihres Mitgliederentscheids will die SPD am Mittwoch, den 30. April bekannt geben. Die Personalien für die sieben von ihr zu besetzenden Ministerämter will sie am 5. Mai benennen.
Das Merz-Kabinett
Chef des Bundeskanzleramts soll der Merz-Vertraute und bisherige Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thorsten Frei werden. Der Jurist stammt aus Baden-Württemberg.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie soll die derzeitige Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG und frühere Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche führen. Die gebürtige Ostdeutsche ist Diplom-Chemikerin.
Parlamentarische Staatssekretärin und Mittelstandsbeauftragte im Bundeswirtschaftsministerium soll die derzeitige Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Gitta Connemann werden. Als weiterer Parlamentarischer Staatssekretär wird der CDU-Bundestagsabgeordnete Stefan Rouenhoff genannt.
Das neu zu schaffende Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung soll ebenfalls von einem Quereinsteiger aus der Wirtschaft geleitet werden. Es soll an den derzeitigen Vorstandsvorsitzenden der Ceconomy AG und Vorsitzenden der Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding, Karsten Wildberger, gehen. Der Diplom-Physiker stammt ursprünglich aus Hessen. Unterstützt wird er durch die Parlamentarischen Staatssekretäre Philipp Amthor und Thomas Jarzombek.
Das Außenministerium geht nach vielen Jahren wieder an die CDU. Neuer Außenminister soll Johann David Wadephul werden. Der aus Schleswig-Holstein stammende Jurist war zuletzt stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Auswärtiges und Verteidigung.
Als erster CSU-Politiker soll ferner der Außen und Verteidigungsexperte Florian Hahn Staatsminister im CDU-geführten Bundesaußenministerium werden.
Das Bundesministerium für Verkehr soll Patrick Schnieder aus Rheinland-Pfalz übernehmen. Der Jurist war zuletzt Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Unterstützt wird er vom Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte. Weiterer Parlamentarischer Staatssekretär wird Ulrich Lange von der CSU.
Das Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend soll von Karin Prien geleitet werden. Die Juristin war zuletzt Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein. Parlamentarische Staatssekretäre in ihrem Haus sollen Mareike Wulf und Michael Brand werden.
An der Spitze des Bundesministeriums für Gesundheit soll künftig Nina Warken stehen. Die aus Baden-Württemberg stammende Juristin war zuletzt Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als Parlamentarische Staatssekretäre werden Georg Kippels und Tino Sorge genannt.
Staatsminister für Kultur und Medien soll der Verleger und Publizist Wolfram Weimer werden.
Die CSU besetzt drei weitere Ministerien
Das Bundesinnenministerium soll künftig vom bisherigen CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt geleitet werden. Der studierte Soziologe war von 2013 bis 2017 schon einmal Bundesverkehrsminister. Parlamentarische Staatssekretärin in seinem Haus soll die Rosenheimer CSU-Abgeordnete Daniela Ludwig werden.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt soll Dorothee Bär übernehmen. Die Bayerin war schon Staatssekretärin für Digitales unter Kanzlerin Angela Merkel. Parlamentarische Staatssekretärin wird die CSU-Abgeordnete Silke Launert.
Bundeslandwirtschaftsminister soll der CSU-Bundestagsabgeordnete und gelernte Metzgermeister, Alois Rainer, werden. Er ist der jüngere Bruder der früheren CSU-Ministerin Gerda Hasselfeldt. Parlamentarische Agrar-Staatssekretärin soll Martina Engelhardt-Kopf werden.