Raserei bleibt bei Männern und Frauen die Hauptursache für einen Eintrag in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, ist die Zahl der registrierten Personen im vergangenen Jahr erstmals auf über neun Millionen gestiegen.
Ulrich Steudel
Wie aus dem Jahresbericht 2011 des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht, haben die deutschen Verkehrsrowdys rund 47 Millionen Punkte angesammelt.
Männer sind nach wie vor mit einem Anteil von 77,5 Prozent (7,0 Millionen) deutlich häufiger im Verkehrszentralregister (VZR) – so die offizielle Bezeichnung Verkehrssünderdatei – vertreten als Frauen (2,0 Millionen).
Männer trinken, Frauen missachten die Vorfahrt
Betrachtet man die drei häufigsten Verkehrsverstöße, werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch geschlechtsspezifische Unterschiede sichtbar. Das Gros der Eintragungen machen sowohl für Männer als auch für Frauen Geschwindigkeitsübertretungen aus. Über die Hälfte aller registerpflichtigen Verkehrsverstöße gehen auf überhöhte Geschwindigkeit zurück.
Die Unterschiede im Fahrverhalten werden an den darauf folgenden Delikten sichtbar. Während Männer öfter aufgrund von Alkoholfahrten auffällig werden, missachten Frauen häufiger Vorfahrtsregeln.
Weniger Interesse am Abbau von Punkten
Trotz der Möglichkeit, die Punktzahl zu reduzieren, wurde im vergangenen Jahr weniger als 2010 davon Gebrauch gemacht. Die Zahl freiwilligen Teilnahmen an einem Aufbauseminar (-1,9 Prozent) oder einer verkehrspsychologischen Beratung (2,7 Prozent) ist jeweils zurückgegangen. Vor dem Hintergrund der mit dem Verlust des Führerscheins verbundenen Einschränkungen in der Mobilität und der Kosten, die mit einem Neuerwerb des Führerscheins verbunden sind, zeigte man sich beim KBA verwundert über den Rückgang.
