Irreführende Werbung Handwerker dürfen Subunternehmer nicht verschweigen

Handwerksunternehmer dürfen nicht verschweigen, dass sie Subunternehmer einsetzen, um eine Leistung beim Kunden zu erbringen. Werde darauf in der Werbung nicht hingewiesen, sei dies irreführend und wettbewerbswidrig. Das geht aus einem Beschluss des Oberlandesgerichts Rostock hervor (Az. 2 U 11/20).

Der Beschluss des OLG Rostock ist nicht auf das Bauhandwerk übertragbar, das damit werben darf, ein Haus schlüsselfertig zu erstellen, auch wenn Subunternehmer dabei eingesetzt werden. - © www.amh-online.de

Der Hinweis auf einen – zumindest möglichen – Subunternehmereinsatz müsse schon im Rahmen des Werbeslogans erfolgen. Schließlich erwarte ein Verbraucher, dass ein Handwerksbetrieb seine Leistung selbst und mit eigenem Personal erbringt. Ganz besonders dann, wenn mit Formulierungen wie "aus einer Hand" oder "Montage durch Fachpersonal" geworben werde. Der Verbraucher verstünde das so, dass das Fachpersonal des Handwerksbetriebs, den er beauftragt, die Montage auch durchführt, so die Richter.

Unbestritten war im vorliegenden Fall, dass das beklagte Handwerksunternehmen Subunternehmer einsetzt. Für die Entscheidung der Richter spielte es keine Rolle, ob es sich um die Leistung eines meisterpflichtigen Gewerks handelte oder nicht. Es ändere nichts daran, dass ein Dritter eingeschaltet werde.

Der beklagte Handwerksbetrieb gab an, spätestens im Auftragsgespräch dem Kunden zu sagen, dass ein Subunternehmer eingesetzt werde. Doch das genügte den Richtern nicht, da der wettbewerbswidrige Marktvorteil zu diesem Zeitpunkt schon entstanden sei. Plakatives Gegenargument des Gerichts: Ein Supermarkt könne schließlich auch nicht in einer Broschüre mit Maracujasaft werben und dann vor Ort eingestehen, dass es sich "nur" um Maracujanektar handelt.

Allerdings ist dieser Beschluss nicht übertragbar auf alle Bereiche des Handwerks. Es ist nicht irreführend, wenn Betriebe des Baugewerbes damit werben, ein Haus schlüsselfertig zu erstellen. "In dieser Branche erwartet der Verbraucher nicht, dass ein Bauunternehmen alles selbst macht", sagt Claudia Kreuzer-Marks, Leiterin der Abteilung Rechtsberatung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Kooperationen und der Einsatz von Subunternehmern sind im Bauhandwerk keine Seltenheit. "Es ist durchaus üblich, dass auf einer Baustelle ein Handwerksbetrieb alles koordiniert und der alleinige Ansprechpartner für den Kunden ist." Unternehmen sollten ihre Kunden frühzeitig darauf hinweisen, welche Tätigkeiten sie nicht selbst ausführen und mit wem sie dabei zusammenarbeiten.