Imagekampagne soll Bewerbermangel entgegenwirken Handwerk wirbt um Lehrlinge

In einer Studie klagen Industrie und Handel über die fehlende Reife der Auszubildenden und erklären sich damit die entstandene Lehrstellenlücke. Auch das Handwerk spürt diese, kämpft aber mit seiner Imagekampagne für eine Ausbildung in dem Wirtschaftszweig.

Handwerk wirbt um Lehrlinge

"Allen Jugendlichen stehen Möglichkeiten für eine Ausbildung im Handwerk weit offen", sagt Handwerkspräsident Otto Kentzler. In einem Ausblick auf das Ausbildungsjahr 2010/2011 stellt er fest, dass bereits jetzt die Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern gut gefüllt sind.

"Das Handwerk wird sein hohes Ausbildungsengagement auch 2010 fortsetzen. Um den künftigen Fachkräftebedarf sicherzustellen, werben Handwerksbetriebe intensiv um neue Auszubildende. Denn der deutliche Rückgang der Schulabgängerzahlen erschwert es zunehmend, geeignete Bewerber zu finden", erklärt Kentzler. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sieht in der von seinem Verband in Auftrag gegebenen Studie eine ähnliche Entwicklung. "Der demografische Wandel ist ein großes Problem."

Das Handwerk will gegen den drohenden Mangel an Bewerbern mit der bundesweiten Imagekampagne punkten. Damit will der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für die innovativen und zukunftsträchtigen Berufe des Handwerks zu werben. "Darüber hinaus haben wir auf Bundes- und Länderebene den Druck auf die Politik verstärkt, durch eine frühzeitig einsetzende Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen die Jugendlichen zu informieren und zu motivieren", erzählt Kentzler. Vor allem für Jugendliche mit Migrationshintergrund müsse die Förderung an allgemein bildenden Schulen deutlich verbessert werden. Mit einem Schulabschluss stünden diesen Jugendlichen die Möglichkeiten für eine Ausbildung und Beschäftigung im Handwerk "weit offen".

"2010 wird jedoch – wie schon im Vorjahr – eine weiter sinkende Zahl von Bewerbern einer gleich bleibenden Zahl von Ausbildungsplätzen im Handwerk gegenüberstehen. Bereits im vergangenen Jahr blieben rund 10.000 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt, eine vergleichbare Entwicklung befürchten wir auch in diesem Jahr", sagt der Handwerkspräsident.

Für die Jugendlichen bestehen laut dem Handwerksverband "beste Chancen, einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu finden". Bereits jetzt stehen zahlreiche Ausbildungsplatz- und Praktikumsangebote für das Jahr 2010 in den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern .

pc