Das Handwerk will für die energetische Gebäudesanierung weiterhin gut ausgebildete Handwerker bereitstellen. Das bekräftigte Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) bei einem Arbeitstreffen mit dem Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir. Schlüsselprojekt soll dabei "build up skills" sein, das auf EU-Ebene die Fachkräftelücke aufdecken und in einem weiteren Schritt für gezielte Ausbildung und Qualififzierung von Arbeitskräften im Bausektor sorgen soll.

Das Projekt "build up skills" sieht vor, in jedem Mitgliedsland der EU Fachkräftemangel im Bausektor zu erfassen und in einem zweiten Schritt für eine Qualifizierung von Nachwuchs zu sorgen. Der ZDH ist Konsortialführer für dieses Projekt in Deutschland.
Die Projektphasen im Einzelnen:
Projektphase 1: In jedem Mitgliedstaat der EU soll eine qualitative und quantitavie Bestandsaufnahme der Arbeitnehmerschaft im Bau-/ Ausbaugewerbe durchgeführt werden. Dabei werde der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bis 2020 ermittelt und bis 2020 nationale Strategien zur Qualifikation erarbeitet. Hierzu mussten zunächst sogenannte nationale Qualifikationsplattformen aufgebaut werden, die sicherstellen, dass die wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen in den Nationalstaaten die Untersuchung unterstützen. In mehr als 20 Mitgliedstaaten haben die jeweiligen Konsortien im November 2011 mit den Untersuchungen begonnen, die im April 2013 abgeschlossen sein müssen. Die bislang fehlenden Mitgliedstaaten sollten im Frühjahr 2012 nachrücken.
Mit der nationalen Qualifikations-Road-Map, die von den wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt werden sollte, werden die Qualifikationserfordernisse im Bausektor identifiziert und quantifiziert (Anzahl der fortzubildenden Handwerker, Strategie zur Zielerreichung, Fortbildungsstrukturen) und die erforderlichen Maßnahmen entwickelt, um die Ziele erreichen zu können.
Grüne und ZDH sehen Gefahr der Ausbremsung
Projektphase 2: Hier geht es um die Erarbeitung von konkreten Qualifikationsmaßnahmen der am Bau Beschäftigten. Diese zweite Phase ist als eigenständiges Projekt konzipiert und soll Mitte 2013 starten.
Das Projekt ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass im Rahmen der Energiewende speziell die energetische Gebäudesanierung umgesetzt werden kann. Sowohl Grüne als auch ZDH sehen die Gefahr, dass ohne entsprechende zusätzliche Stimulierung die energie- und klimapolitischen Ziele in Gefahr geraten. Ebenso dürften in einem Paket zur Beschleunigung der energetischen Gebäudesanierung steuerliche Anreize nicht fehlen. Kentzler und Özdemir appellierten an Bund und Länder, die im Vermittlungsausschuss bisher erfolglos verhandelte steuerliche Förderung möglichst schnell zu verabschieden. dhz