Das Handwerk ist mit dem Start des Projektes "Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk" zufrieden. Das Gros der Bewerber wird für das kommende Jahr erwartet.

Im Rahmen des Projektes „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ sind in den ersten drei Monaten rund 1.000 Plätze von insgesamt 10.000 Plätzen besetzt worden "Die Entwicklung entspricht unseren Erwartungen“, sagte ein Sprecher des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks zum aktuellen Stand. "Wir wussten von vorne herein, dass das Gros der Bewerber erst im kommenden Jahr kommt," betonte er. Bevor die Bundesagentur für Arbeit die Flüchtlinge an die Bildungs- und Technologiezentren des Handwerks vermittle, müssten diese schon einen Integrationskurs abgeschlossen und das Sprachniveau „B1“ erreicht haben und sich im Alltag gut verständigen können.
Sachsen und Thüringen bald so weit
Wie der Handwerksverband weiter mitteilte, ist die Verteilung der Flüchtlinge in die Bildungsstätten regional sehr unterschiedlich. Während in Bundesländern wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern schon jetzt Flüchtlinge in den Bildungszentren des Handwerks auf eine duale Ausbildung im Handwerk vorbereitet werden, gehe es in Sachsen und Thüringen in den nächsten Monaten erst richtig los. In Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen seien dagegen schon zuvor verschiedene Qualifizierungsprogramme für Flüchtlinge auf Landesebene auf den Weg gebracht worden.
Bis 2018 sollen 10.000 Flüchtlinge für Ausbildung fit gemacht werden
Das Projekt "Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ ist die zweite Stufe eines dreistufigen Programmes, das im Februar gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf den Weg gebracht wurde. Ziel ist es, bis 2018 rund 10.000 Flüchtlinge soweit zu qualifizieren, dass sie eine Lehre im Handwerk beginnen können. Das Ministerium hat dafür insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Berufsspezifische Sprachkurse gehören dazu
Konkret sieht das dreistufige Programm vor, dass Flüchtlinge einer ersten Stufe aus erfolgreichen Integrations- und Sprachkursen in einer zweiten Stufe in den Bildungszentren über vier bis sechs Monate erste Berufsfelder des Handwerks kennenlernen. Das können wie in Schwerin beispielsweise die Metallverarbeitung, der Bereich Heizung-Sanitär-Klima oder Kfz-Technik, sowie das Tischlerhandwerk und das Maler- und Lackiererhandwerk sein. Daneben gibt es immer berufsspezifische Sprachkurse und sozialpädagogische Unterstützung.
Mehrwöchiger Einblick in die Beitriebe steht ebenfalls auf dem Programm
Wer sich eignet und die nötige Motivation mitbringt, wird dann in einer dritten Stufe innerhalb von drei Monaten über das BMBF-Programm „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ (BOF) konkret auf bis zu drei Ausbildungsberufe vorbereitet. Während einer vierwöchigen Betriebsphase können die Flüchtlinge dabei den Arbeitsalltag in einem Handwerksbetrieb kennenlernen. Am Ende der dritten Stufe sollten sie soweit sein, dass sie in eine Ausbildung vermittelt werden können. bir