ZDH-Generalsekretär Schleyer Handwerk setzt auf kommunale Nachfrage

Die Wirtschaftskrise bereitet dem Handwerk Probleme: Besonders die Versorgung der Handwerksbetriebe mit ausreichender Liquidität gebe Anlass zur Sorge. ZDH-Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer zeigt sich aber vorsichtig optimistisch.

Handwerk setzt auf kommunale Nachfrage

Schleyer betonte vor allem die Wirkung der Konjunkturpakete, die im Handwerk bereits spürbar seien. Hier profitierten Handwerksbetriebe insbesondere von dem seit dem 1. Januar geltenden Steuerbonus, der auf 1.200 Euro für Handwerksleistungen verdoppelt wurde. Auch die Nachfrage nach energiesparender Sanierung bleibe dank der staatlichen Förderung weiterhin hoch.

"Die Betriebe im Bau- und Ausbaubereich setzen auf eine erhöhte kommunale Nachfrage ab dem Frühsommer", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Viele Städten und Gemeinden arbeiteten bereits im Eiltempo daran, zusätzliche Projekte im Bereich Infrastruktur und Bildung zu planen.

Diese Maßnahmen sowie die Senkung der Einkommensteuerbelastung oder die Wiedereinführung der Pendlerpauschale hielten die Binnenkonjunktur stabil. Die Menschen hätten mehr netto in der Tasche, was Ausgaben für handwerkliche Dienstleistungen und Produkte ermögliche.

Angesichts dieser Entwicklungen rechnet Schleyer damit, dass das Handwerk 2009 mit einem realen Minus von zwei bis drei Prozent durch die Krise kommt. Zu einer echten und unterstützenden Alternative für Handwerksbetriebe habe sich zudem die Kurzarbeit dank der verbesserten Bestimmungen entwickelt. Unternehmen könnten so ihre Fachkräfte halten und Entlassungen vermeiden.

Bürgschaftsintrumentarium stärken

Problematisch für Handwerksbetriebe sei dagegen, dass die Anforderungen der Kreditinstitute an die Sicherheiten für Kredite gestiegen sind. Angesichts der knappen Eigenkapitaldecke der meisten Handwerksbetriebe und fehlender Liquidität steige die Nachfrage nach Bürgschaften und den Angeboten des Sonderprogramms der KfW. Schleyer forderte die Bundesregierung deshalb auf, das Bürgschaftsinstrumentarium auch dadurch zu stärken, dass die Eigenkapitalbasis der Bürgschaftsbanken verbreitert wird.

Ebenso forderte der ZDH-Generalsekretär alle Banken dazu auf, die "niedrigen Zinsen der Europäische Zentralbank (EZB) an die Kunden weiterzugeben". Zahlreiche Banken hätten die Zinssenkung von 2,5 auf 2,0 Prozent im Januar bei der Kreditvergabe nicht weiter berücksichtigt. Inzwischen liegt der Zinssatz der EZB bei 1,50 Prozent.

Die Weitergabe der niedrigen Zinsen sei aber nötig, um günstige Kredite anzubieten und dadurch die nötigen Investionen der Handwerksbetriebe zu ermöglichen.

mg