"Erwarten längst überfälliges Signal" Handwerk ruft Ampel zu Wachstumsimpulsen auf

Im Vorfeld der Kabinettsklausur in Meseberg pocht das Handwerk auf Entlastungen für seine Betriebe.

Am Dienstag trifft sich das Kabinett zu einer Klausurtagung auf Schloss Meseberg. - © picture alliance/dpa | Soeren Stache

Kurz vor der Kabinettsklausur fordert das Handwerk deutliche Wachstumsimpulse. "Von der Kabinettsklausur in Meseberg erwarten die Handwerksbetriebe ein klares und längst überfälliges Signal zur Konjunkturstärkung", sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Dazu gehörten Maßnahmen für eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung, eine Senkung der Steuern und Abgaben, eine Verringerung der Bürokratie sowie eine Stärkung der beruflichen Bildung und der Fachkräftebasis. Insbesondere für die Bauwirtschaft sei ein tragfähiges Maßnahmenkonzept erforderlich, um eine lang andauernde Talsohle zu vermeiden.

Dittrich sieht Industriestrompreis kritisch

Nach den Worten Dittrichs  brauche es ein Gesamtkonzept für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei müssten immer auch der Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe berücksichtigt werden. "Einzelmaßnahmen, die nur wenigen zugutekommen, aber von der Allgemeinheit finanziert werden müssen, wie die politisch diskutiere Industriestrombremse, hält das Handwerk für nicht geeignet, um das Ziel eines für alle Betriebe und Unternehmen attraktiven Standorts zu erreichen", betonte er. "Werden Preisbrücken gebaut, so müssen diese allen energieintensiven Unternehmen und damit auch den energieintensiven Handwerksbetrieben zugutekommen", forderte er.

Handwerkspräsident mahnt Baukrisengipfel an

Mit Blick auf die Bauwirtschaft unterstrich Dittrich seine Forderung nach einem Baukrisengipfel. Die nachlassende Baukonjunktur werde mehr und mehr spürbar. "Hier gilt es entschlossen gegenzusteuern und Betriebe dabei zu unterstützen, ihre Beschäftigten sowie ihre Auftragslage zu erhalten", betonte er. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden allein im Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 27 Prozent weniger Wohnungen genehmigt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Baugewerbe verlangt schnell wirkende Investitionsanreize

Angesichts des schwierigen bauwirtschaftlichen Umfeldes forderte jüngst auch Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewebes sofortige Investitionsanreize: "Die Plan-, Bau- und Immobilienwirtschaft hat mit fast 20 Prozent einen bedeutenden Anteil an der Bruttowertschöpfung in Deutschland. Nur mit schnell wirkenden Investitionsanreizen werden wir verhindern, dass sich der Nachfragerückgang auf die Beschäftigung durchschlägt", erklärte er.

Handwerk: Wachstumschancengesetz muss echte Impulse bringen

Einziger Lichtblick: Mit der Einigung zur Kindergrundsicherung hat die Ampel den Weg zur Verabschiedung des Wachstumschancengesetzes im Rahmen der Kabinettsklausur in Meseberg freigemacht. Das Gesetz müsse jetzt wichtige Impulse liefern, um Investitionen zu stärken, Wachstum zu fördern und Entlastungen umzusetzen, forderte Dittrich kurz vor der Klausur.