Zukunftsforum des Zentralverbands des Deutschen Handwerks Handwerk präsentiert Konzepte für die Zukunft

"Deutschland und das Handwerk sind gut aufgestellt", stellte Handwerkspräsident Otto Kentzler trotz Finanz- und Wirtschaftskrise fest. Auf dem Zukunftsforum in Berlin präsentierte das Handwerk Vorschläge, wie Deutschland gestärkt aus der Krise kommen kann.

Handwerk präsentiert Konzepte für die Zukunft

"Die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung machen uns Mut", betonte Kentzler beim Zukunftsforum, das der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin veranstaltete. Das Handwerk zeigt sich zufrieden mit den beiden Konjunkturpaketen der Großen Koalition, weil die Maßnahmen "schnell wirken können und über den Tag hinausweisen". Die öffentlichen Investitionen würden mit Bildung und Infrastruktur die richtigen Schwerpunkte setzen, sagte Kentzler.

Die Große Koalition, vertreten durch den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) und SPD-Chef Franz Müntefering, nahm das Lob erfreut zur Kenntnis. Schließlich finden die Steuer- und Abgabensenkungen im Konjunkturpaket II Anklang beim Handwerk. "Das ist ein wichtiges Signal. Die Korrekturen im Steuertarif mildern die leistungsfeindliche kalte Progression", sagte der ZDH-Präsident. Die Erleichterungen seien aber nur der Einstieg in eine notwendige, grundlegende Reform der Einkommensteuer.

Öffentliche Ausgaben müssen auf den Prüfstand

Es gebe keine Alternative zu einer gleichzeitigen Steuern- und Abgabensenkung. Dazu schlägt das Handwerk eine "Nachhaltigkeitsformel" vor: "Die Ausgaben müssen sich an den Einnahmen des Vorjahres orientieren. Und die durch mehr Wachstum bis zum Jahresende erwirtschafteteten Mehreinnahmen müssen dann zur Tilgung der Altschulden, zur Senkung von Steuern und Abgaben und für Investitionen in die Bildung eingesetzt werden", erläuerte die Kentzler die Formel. Das sei nach Ansicht des Handwerks nachhaltiger als eine Schuldenbremse, die ab dem Jahr 2015 wirken soll.

Energiepolitik aus einem Guss

Ebenso positiv beurteilt Kentzler die in den beiden Konjunkturpaketen enthaltenen Impulse zur Beschleunigung der energetischen Sanierungen. "Die Ausweitung der energetischen Gebäudesanierung ist für das Handwerk und die Umwelt eine Chance. Wir werden sie nutzen", versicherte der Handwerkspräsident. Allerdings reichten die eingeleiteten Maßnahmen nicht aus. "Die energetische Sanierungsrate bleibt zu niedrig."

Ebenso betonte Kentzler, dass das Handwerk einen "stimmigen Gesamtansatz der Energiepolitik" vermisse. "Nötig ist eine Energiepolitik aus einem Guss, die eine verlässliche Energieversorgung zu vertretbaren Preisen ebenso gewährleistet wie die Berücksichtigung klimapolitischer Belange."

An die Politik appellierte Kentzler die beschlossenen Konjunkturmaßnahmen so bald wie möglich umzusetzen. "Wer schnell hilft, hilft doppelt."

pc