Neues Ausbildungsjahr Handwerk lockt wieder: Zuwächse bei den Azubi-Zahlen

Eine Lehre im Handwerk wird für junge Menschen wieder attraktiver. Eine aktuelle DHZ-Umfrage zeigt, welche Kammerbezirke in Süd- und Ostdeutschland ein deutliches Plus melden.

Ein Lichtblick für die Fachkräftesicherung: Die Ausbildungszahlen für 2025 zeigen in vielen Regionen nach oben. - © tunedin - stock.adobe.com

Viele junge Menschen sehen im Handwerk eine Berufsperspektive und beginnen hier ihre Ausbildung. "Das Handwerk bleibt auch 2025 eine starke Karriereoption", sagt ZDH-Präsident Jörg Dittrich mit Blick auf die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen neuen Ausbildungsverträge im Juli 2025. Diese Entwicklung könne sich in den nächsten Wochen noch fortsetzen, da Ausbildungen bis in den Herbst hinein begonnen werden können und es noch viele offene Stellen gibt, wie auch die Zahlen der letzten Wochen belegen. Die DHZ hat in den Kammerbezirken ihres Print-Verbreitungsgebiets nachgefragt.

Ausbildungszahlen in Bayern

So sind in Bayern zuletzt weitere neue Ausbildungsverträge hinzugekommen. Insgesamt starten Anfang September rund 22.100 junge Menschen eine Ausbildung im bayerischen Handwerk – ein Plus von 3,2 Prozent. "Wir freuen uns, dass sich wieder viele junge Leute für eine Ausbildung entschieden haben, die krisenfest und kreativ, anspruchsvoll und abwechslungsreich ist", erklärt Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT). Und um keine Zeit zu verlieren, wollen die Bayern angesichts der noch rund 7.900 offenen Lehrstellen im Handwerk sofort mit der Phase der Nachvermittlung beginnen.

Ausbildungszahlen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg verzeichnet das Handwerk mit insgesamt 16.326 neuen Lehrverträgen ein leichtes Plus von insgesamt 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Das Handwerk ist krisensicher, KI-fest und bietet den Weg bis zur Selbstständigkeit", sagt Rainer Reichhold, Präsident des Spitzenverbands Handwerk BW. Viele Jugendliche setzten bewusst auf eine Ausbildung mit sicheren Perspektiven und vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bleibe die Fachkräftesicherung eine der größten Herausforderungen.

Ausbildungszahlen in Hessen

In Hessen konnten bis Ende Juli 2025 insgesamt 6.543 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden, ein Plus von rund drei Prozent. Als Grund für den Zuwachs nennt Andreas Haberl, Geschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, die schlechtere wirtschaftliche Lage in der Industrie, das damit verbundene gestiegene Interesse an einer Ausbildung im Handwerk und generell das zunehmende Bewusstsein der Schulabgänger, dass eine handwerkliche Tätigkeit nicht so schnell durch KI ersetzt werden kann. Bis zum Stichtag Mitte November kommen in Hessen erfahrungsgemäß noch mehr als ein Drittel an weiteren Verträgen hinzu.

Ausbildungszahlen in Sachsen

Eine positive Bilanz zum Ausbildungsstart ziehen die sächsischen Handwerkskammern Dresden und Chemnitz. So haben in der Kammer Dresden 2.058 junge Menschen einen Lehrvertrag unterschrieben – ein Plus von 3,2 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren habe die Zahl kontinuierlich erhöht werden können, betont Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski. Auch im Kammerbezirk Chemnitz halte der positive Trend an, sagt Handwerkskammerpräsident Frank Wagner. Insgesamt meldet die Kammer 2.084 neue Ausbildungsverträge, was einem Plus von 7,8 Prozent entspricht.

Ausbildungszahlen in Thüringen

In Thüringen wurden unterschiedliche Entwicklungen verzeichnet: Im Kammerbezirk Südthüringen stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge bis Ende August auf 571 (Vorjahr: 527), während sie im Kammerbezirk Ostthüringen leicht auf 693 sank (Vorjahr: 708). Im Kammerbezirk Erfurt wurden bis Ende August 1.510 (1.395) neue Ausbildungsverträge registriert. Das ist ein Plus von 8,2 Prozent für Erfurt.

Ausbildungszahlen in Sachsen-Anhalt

In Halle in Sachsen-Anhalt wurden bis Ende August 2024 mit 1.264 etwas weniger neue Ausbildungsverträge unterzeichnet als im Vorjahr (1.276). "Insbesondere das vom Land geförderte Schülerpraktikum im Handwerk unterstützt Schülerinnen und Schüler bei ihrer Berufswahl und der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz", sagte der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf.