Diskussion über "Deutschlandfonds" Handwerk gegen Rettungsschirm für Unternehmen

Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, lehnt einen Rettungsschirm für deutsche Unternehmen ab. Er halte nicht sonderlich viel von den zurzeit diskutieren Plänen für einen 100 Milliarden Euro schweren sogenannten "Deutschlandfonds".

Handwerk gegen Rettungsschirm für Unternehmen

Vor allem sei unklar, wer darüber entscheide, wann der Schirm in welcher Form greifen sollte.

Schleyer sagte im Deutschlandfunk, es sei sinnvoller, das Rettungspaket für die Banken noch einmal zu ergänzen. Viele Unternehmen hätten weiterhin Probleme, sich Kredite zu beschaffen. Zur Stabilisierung der Finanzbranche sei auch zu überlegen, ob eine sogenannte "Bad Bank" risikoreiche Papiere von Banken übernehmen sollte. Dafür müssten allerdings Steuergelder eingesetzt werden, betonte Schleyer.

Auch nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) braucht die deutsche Wirtschaft derzeit keinen staatlichen Rettungsfonds oder Schutzschirm. "Wir sehen nicht, dass ein Schutzschirm jetzt notwendig ist", sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier der Zeitung "Tagesspiegel". "Man sollte die Wirkung der bereits beschlossenen Maßnahmen abwarten, bevor man über solch tiefe Eingriffe auch nur nachdenkt", sagte Treier. Die meisten Unternehmen bekämen noch Kredite, wenn auch oft zu verschlechterten Konditionen.

Die Autoindustrie fordert dagegen Hilfen des Staates. "Die deutsche Automobilindustrie hat ein großes Interesse daran, dass ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt wird", sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Branchenverbands VDA, dem "Tagesspiegel". Normale zyklische Schwankungen könnten und müssten die Autohersteller und ihre Zulieferer allein durchstehen. "Aber die aktuelle Krise ist alles andere als normal, sie wurde von den Finanzmärkten verursacht", sagte Bräunig. Es gebe eine Kreditklemme.

Mit dem Rettungsschirm als Teil des zweiten Konjunkturpakets befasst sich heute der CDU-Bundesvorstand auf seiner Klausur in Erfurt. Schon am Vormittag kommt Bundeskanzlerin Merkel in Berlin mit Vertretern des Mittelstandes zusammen.

ddp