Vor der Entscheidung der Bundesregierung über die Energiewende hat sich Kanzlerin Merkel mit der Wirtschaft abgestimmt. Das Handwerk forderte dabei ein verlässliches Energiekonzept und wies auf möglicherweise steigende Kosten für die Betriebe hin.
Handwerk fordert verlässliches Energiekonzept
Als Zieldatum für den Atomausstieg wird in den Koalitionsparteien nun 2021 oder 2022 debattiert. Obwohl damit die Laufzeiten erheblich verkürzt würden, soll aber der Ausbau des Ökostroms nicht schneller vorangetrieben werden als schon letztes Jahr geplant. Die Handwerksbetriebe seien "heute wie in Zukunft auf eine zuverlässige und preislich vertretbare Energieversorgung angewiesen", sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler. Deshalb müssten die anstehenden energiepolitischen Grundsatzentscheidungen mit "Bedacht und auf Grundlage transparenter Kostenkalkulationen" getroffen werden. "Wir brauchen ein verlässliches, nachhaltiges und in seinen Kosten tragbares Gesamtkonzept für die Energiewende", sagte der Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).
Ebenfalls Thema des Gesprächs waren der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Ausbau des Stromnetzes, die Entwicklung der Strompreise, das Energiesparen und die Situation der energieintensiven Industrien. "Auch hier müssen die förderspezifischen Rahmenbedingungen so rasch als möglich festgelegt werden, um Anbietern, Dienstleistern und Investoren Planbarkeit zu gewähren", erklärte Kentzler. Der Aufbau dezentraler Energieversorgungsstrukturen müsse eine besondere Bedeutung erhalten. Zudem sei ein "ausgewogenes Verhältnis von Förderung und Belastung" notwendig. "Gerade für die energieintensiven Handwerke ist eine steigende Umlagebelastung nicht tragbar", mahnte der ZDH-Präsident.
Handwerksbetriebe verlässlicher Partner bei der Energiewende
Der Handwerksverband machte bei dieser Gelegenheit die Bedeutung seiner Betriebe bei der Energiewende deutlich. Um diese voranzutreiben, "stehen unsere Betriebe als verlässliche Partner bereit", sagte Kentzler. "Sie verfügen über die notwendigen Kompetenzen bei der Entwicklung, der Beratung und der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen sowie bei Erneuerbaren Energien." Darüber hinaus tragen sie dazu bei, die Energiebereitstellung stärker zu dezentralisieren und den Wettbewerb auf den Energiemärkten funktionsfähiger zu machen. Damit das Handwerk seine Qualitäten und Potentiale ausschöpfen könne, bedürfe es aber "der richtigen Rahmenbedingungen und passgenauer Lösungen.“
pc/dapd
