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Neue Ausbilungszahlen im Handwerk Handwerk bildet mehr Lehrlinge aus

Bis Jahresende 2017 konnten die Betriebe im Handwerk mehr neue Ausbildungsverträge abschließen als im Vorjahr. Gleichwohl blieb jeder zehnte Ausbildungsplatz unbesetzt.

Das Handwerk hat die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr stärker erhöht als die Jahre zuvor. "Im Jahr 2017 ist die Zahl neuer Auszubildender im Handwerk zum dritten Mal in Folge und zudem deutlich stärker als in den Vorjahren gestiegen", sagte ZDH-Präsident Hans-Peter Wollseifer. Bis Ende Dezember seien 139.880Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden. Dies sei ein Plus von 2.152 Verträgen oder 1,6 Prozent.

Schon in den zwei Jahren zuvor sei bis zum Jahresende ein leichtes Plus von 0,2 Prozent erkennbar gewesen. Zum Stichtag Ende September 2017 hatte der Handwerksverband noch ein Plus von 2,9 Prozent auf 135.038 Neuverträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gemeldet.

Rund 15.000 Lehrstellen blieben unbesetzt

Insgesamt hat die Zahl der neuen Ausbildungsverträge 2017 in Ostdeutschland mit einem Plus von 3,6 Prozent oder 666 auf 19.054 Neuverträgen prozentual stärker zugenommen als in Westdeutschland. Dort legten die Neuverträge um 1,2 Prozent oder 1.486 auf 120.826 Neuverträge zu. Prozentual gesehen konnte dabei Sachsen mit einem Plus von 7,5 Prozent besonders stark punkten, wogegen Bremen und Baden-Württemberg, das Saarland und Sachsen-Anhalt ein Minus verkraften mussten.

Unter dem Strich fanden auch im vergangenen Jahr viele Handwerksbetriebe keine passenden Auszubildenden. 2017 blieben rund 15.000 Ausbildungsplätze und damit "jede zehnte Lehrstelle im Handwerk unbesetzt", gab Wollseifer zu bedenken.

Geflüchtete helfen Lehrstellenlücke zu schließen

Es wären noch mehr gewesen, hätte das Handwerk im vergangenen Jahr nicht unter den Geflüchteten den ein oder anderen Bewerber für einen Ausbildungsplatz gefunden. So hat sich nach Angaben des Handwerksverbandes die Zahl der ausländischen Auszubildenden aus den acht nichteuropäischen Asylzugangsländern mit einem Plus von 6.451 noch einmal mehr als verdoppelt.

Dabei kamen laut Handwerksstatistik 2.663 und damit die meisten Neulinge aus Afghanistan. An zweiter Stelle standen mit 2.110 junge Nachwuchskräfte aus Syrien. Insgesamt befanden sich mehr als 11.000 Personen aus den besagten Ländern in einer Ausbildung im Handwerk.

Eine Ausbildung rund um das Auto begeistert noch immer viele

Ob In- oder Ausländer, die meisten Jugendlichen begeistern sich immer noch für die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. Hier gab es 20.518 neue Ausbildungsverträge, gefolgt von den Elektronikern mit 13.592 Neuverträgen und den Anlagenmechanikern im SHK-Handwerk mit 11.707 Neuverträgen. Diese standen nicht nur mit den absoluten Zahlen an der Spitze der Ausbildungsstatistik. Sie nahmen  auch prozentual am meisten zu.

Die größten Rückgänge verzeichneten dagegen das Frisörhandwerk, das Maler- und Lackiererhandwerk sowie das Schornsteinfegerhandwerk. Gleichwohl liegen die Frisöre trotz des Rückgangs bei den Neuverträgen weiterhin auf Platz 4 unter den beliebtesten Ausbildungsberufen, gefolgt von den Tischlern, den Maler- und Lackierern, den Metallbauern sowie den Zimmerern, Maurern und den Dachdeckern.

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