Versteckter Vertragsschluss Handelsregister: Vorsicht gefälschte Rechnung

Haben Sie für ihr Unternehmen die Eintragung ins Handelsregister beantragt, sollten Sie sich die Rechnung dazu genau ansehen. Die Deutsche Notarkammer warnt vor zunehmendem Betrug bei der Handelsregistereintragung seitdem die Bekanntmachung nur noch übers Internet erfolgt. Aktuell tauchen immer wieder gefälschte Rechnungen auf.

Briefe, Rechnungen und vieles mehr: Zahlungsaufforderungen sollten Sie sich immer gut anschauen, denn manchmal lauern darin teure Verträge. - © patpitchaya/Fotolia.com

Sind Kleingewerbetreibende aus dem Handwerk kaufmännisch tätig, müssen sie ihren Betrieb ins Handelsregister eintragen lassen. Eintragungen im Handelsregister erfolgen in Deutschland nur noch elektronisch und werden statt in der Tageszeitung nur noch im Internet unter handelsregisterbekanntmachungen.de veröffentlicht.

Doch seitdem sich die Veröffentlichungspraxis geändert hat, hat laut der Deutschen Notarkammer auch der Betrug mit Handelsregistereintragungen zugenommen. So warnt der Verband nun vor unseriösen Angeboten und gefälschten Rechnungen.

In den meisten Fällen würden die Betrügen kurz nach der Eintragung einen Brief an den betreffenden Unternehmer schicken, der aussieht wie eine normale Rechnung vom Handelsregister. In Wahrheit handelt es sich bei diesen Schreiben um Angebote, sein Unternehmen für viel Geld in eine obskure Datenbank eintragen zu lassen. Leider werden solche gefälschten Rechnungen oft unbemerkt bezahlt – und schon ist ein Vertrag zustande gekommen, der sich fatalerweise auch noch jeweils um ein Jahr verlängert, wenn bis zu einem festge­legten Datum keine Kündigung erfolgt.

Tarnung als offizielle behördliche Schreiben

Im Handwerk kennt man diese Praxis bereits von den sogenannten Adressbuchschwindlern, die versuchen kleinen Betrieben teure Eintragungen in Branchenbuchverzeichnisse unterzujubeln. Gegen dieses Vorgehen wurden allerdings bereits Urteile gesprochen .

Die neue Betrugsmasche mit der Handelsregistereintragung könne man umgehen, wenn man sich die Rechnung genau ansieht und im Zweifel einen Fachmann – Steuerberater oder Notar – um eine Prüfung bittet. Zwar sehen die Betrugsbriefe durch die Angabe von Aktenzeichen, Kassenzeichen, Zahlungsfristen oder auch durch die Verwendung des Landeswappens wie offizielle behördliche Schreiben aus. Verstärkt werde dieser Eindruck auch durch die Verwendung irreführender Firmennamen wie "Allgemeines Gewerberegister", "BVA Bundesverlag Anzeiger Handelsregister" oder "Deutsches Gewerberegister", warnt die Notarkammer. Bevor man bezahlt, sollte man aber besser nochmals beim Handelsregister direkt nachfragen, ob diese bereits eine Rechnung verschickt haben. Und wie immer gilt: das Kleingedruckte verrät meist Genaueres über weitergehende Zahlungsverpflichtungen. dhz

Weitere Infos zum Thema gibt es unter deutsche-notarauskunft.de. Mehr zum Thema Adressbuchschwindel lesen Sie im Beitrag "Warnung: Adressbuchhändler verschicken wieder Briefe".

Wann Handwerksbetriebe sich ins Handelsregister eintragen müssen und wann sich die freiwillige Eintragung lohnt, erfahren Sie hier.