Die Bundesregierung rechnet im Jahresverlauf mit einer leichten Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik und einem Rückgang der Inflation. Sorgenkind bleibt die Bauwirtschaft.

Die deutsche Wirtschaft erholt sich stärker als bisher erwartet. "Deshalb korrigiert die Bundesregierung ihre Prognose nach oben", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion. Er rechne mit einem Plus von 0,4 Prozent in diesem Jahr. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht Anfang 2023 war die Bundesregierung noch von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen. Im Herbst rechnete sie noch mit einem leichten Minus für 2023. Für 2024 erwartet die Regierung ein Plus von 1,6 Prozent. Die Frühjahrsprognose bildet die Grundlage für die neue Steuerschätzung im Mai.
Rückgang der Inflation auf knapp sechs Prozent erwartet
Konjunkturindikatoren wie Industrieproduktion, Auftragseingänge und Geschäftsklima deuteten eine konjunkturelle Belebung im weiteren Jahresverlauf an, hieß es. Wachstumsimpulse erwartet Habeck vor allem durch die Ausrüstungsinvestitionen in Maschinen und Anlagen. Deutliche Probleme gebe es dagegen in der Bauwirtschaft, betonte der Minister. Hier blieben die Investitionen wegen Bau- und Finanzierungskostensteigerungen weiter gedämpft, teilte das Ministerium mit. Mit Blick auf den privaten Konsum wird erst im Laufe des Jahres bei weiter rückläufiger Inflation mit mehr Dynamik gerechnet.
Dieses Jahr nur langsamer Rückgang der Inflation erwartet
Wie Habeck weiter sagte, hat die Inflation ihren Höhepunkt überschritten. Preistreiber seien mittlerweile nicht mehr die Energiepreise, sondern die Lebensmittelpreise. Insgesamt rechnet das Ministerium in seiner Frühjahrsprojektion für 2023 mit einem Rückgang der Verbraucherpreise auf 5,9 Prozent nach 6,9 Prozent im vergangenen Jahr. Für das kommende Jahr geht das Ministerium von einem weiteren Rückgang auf 2,7 Prozent aus.
Habeck: Arbeitsmarkt weiter robust
Der Arbeitsmarkt erweist sich nach den Worten Habecks weiter als robust. Für das laufende Jahr erwartet er eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent nach 5,3 Prozent 2022. Für das kommende Jahr geht sein Haus von 5,2 Prozent aus. Wer seine Arbeit verliere, könne angesichts des dramatischen Fachkräftemangels leichter an anderer Stelle eine Arbeit finden als früher, erklärte er.