Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck präsentiert beim Ausbau Erneuerbarer Energien Fortschritte und erwartet einen weiteren Push durch das Solarpaket. Eine Bestandsaufnahme.
Der Ausbau Erneuerbarer Energien hat zuletzt zugelegt. "Es geht voran mit der Energiewende", sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mit Blick auf den Ausbau der Sonnen- und Windenergie. Wichtig sei jetzt, weiter Kurs zu halten. Auch werde es mit der Verabschiedung des Solarpaketes I in Bundestag und Bundesrat noch einmal einen wichtigen Push nach vorne gegeben. Das Paket sieht etwa Erleichterungen für Balkonkraftwerke und für Mieterstrom vor.
Habeck will Kosten für Netzausbau zeitlich strecken
Insgesamt hat Deutschland nach den Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums 2023 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien gedeckt. Bis 2030 will Deutschland 80 Prozent des Stromverbrauchs mithilfe von Erneuerbaren sicherstellen. Dazu müssen die Stromnetze ausgebaut werden. Die Kosten dafür will Habeck zeitlich strecken. In einem Papier des Ministeriums heißt es, man wolle die Kosten auf aktuelle und künftige Nutzer wesentlich gleichmäßiger verteilen.
Netzausbau kommt schneller voran
Mit Blick auf den aktuellen Ausbau der Stromnetze sprach Habeck von einer Schubumkehr: "Jetzt wird genehmigt, jetzt wird gebaut." Für 2024 erwarte er einen Zubau von 1.500 Kilometern. Damit ließen sich auch die sogenannten Redispatch-Kosten senken. Davon spricht man, wenn die Übertragungsnetzbetreiber Kraftwerke und andere Energieerzeuger anweisen, ihre Anlagen zu drosseln, um eine Überlastung der Leitungen zu verhindern. Fortschritte sieht Habeck bei der Entwicklung der Strompreise. Die Börsenstrompreise am Spotmarkt seien wieder auf das Vorkrisenniveau gesunken, heißt es aus seinem Haus.
Habeck sieht Deutschland bei der Solar-Installation auf Kurs
Nach Angaben Habecks sind im vergangenen Jahr rund 14,6 Gigawatt mehr durch neue Photovoltaik-Anlagen (PV) in Deutschland installiert worden. In diesem Jahr werde der Ausbau wohl noch einmal zulegen. Allein im ersten Quartal seien 3,7 Gigawatt zusätzliche PV-Leistung installiert worden. Das seien 17,5 Prozent mehr als im Vorjahr. "Wir sind also bei der Photovoltaik wirklich auf Kurs." Insgesamt lag die installierte Leistung Ende 2023 bei 82,5 Gigawatt (Vorjahr: 67,60). Das für 2030 anvisierte Ausbauziel liegt bei 215 Gigawatt.
Ausbau von Windkraftanlagen auf hoher See kommt voran
Der Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen läuft nach den Worten Habecks ebenfalls gut. 2023 seien 8,8 Gigawatt Windkraft-Kapazität bezuschlagt worden. 2024 sollen noch einmal acht Gigawatt ausgeschrieben werden. Ziel sei es, bis 2030 auf 30 Gigawatt Offshore zu kommen. Im Gegensatz dazu habe man für die Installation der gesamten Kapazität von 8,5 Gigawatt im Jahr 2023 rund 20 Jahre gebraucht.
Habeck kritisiert zu lahmen Ausbau von Windanlagen im Süden
Deutliche Dynamik zeige auch der Ausbau der Windkraftanlagen an Land. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 3,6 Gigawatt zugebaut und rund acht Gigawatt an Zubau genehmigt worden. Im ersten Quartal 2024 seien noch einmal 2,8 Gigawatt dazu gekommen. Allerdings laufe es mit den Genehmigungen nicht überall gleich. "Die süddeutschen Länder müssen mitziehen, sie müssen besser, sie müssen schneller werden, die Zahlen sind nicht gut genug", mahnte der Minister. So könnten die Ausbauziele für ganz Deutschland nicht erreicht werden.
