Man müsse ehrlicherweise sagen, dass der Euro am meisten Deutschland nütze Gysi kritisiert "Versailles-Politik" gegenüber Griechenland

Linksfraktionschef Gregor Gysi hat der Bundesregierung eine "Versailles-Politik" gegenüber Griechenland vorgeworfen. "Mit den ganzen Auflagen ruinieren wir Griechenland", sagte Gysi in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd mit Blick auf Forderungen an die Regierung in Athen. Überlegungen zu einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone erteilte eine Absage.

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Gysi kritisiert "Versailles-Politik" gegenüber Griechenland

Berlin (dapd). Linksfraktionschef Gregor Gysi hat der Bundesregierung eine "Versailles-Politik" gegenüber Griechenland vorgeworfen. "Mit den ganzen Auflagen ruinieren wir Griechenland", sagte Gysi in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd mit Blick auf Forderungen an die Regierung in Athen. Überlegungen zu einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone erteilte eine Absage. In so einem Fall "würden die Griechen ihre Währung so abwerten, dass wir dort nichts mehr verkaufen könnten", gab Gysi zu bedenken.

Man müsse ehrlicherweise sagen, dass der Euro am meisten Deutschland nütze, sagte der Fraktionsvorsitzende. Gysi erinnerte zugleich daran, dass die Linke vor der Einführung der Gemeinschaftswährung gesagt habe, "dass man den Euro so nicht machen sollte, denn es fehlten die Voraussetzungen". Die Regierung könne "jetzt ruhig mal sagen, dass wir damals recht hatten". Nun müssten Anpassungen, die damals hätten gemacht werden müssen, nachträglich vorgenommen werden.

Äußerungen von SPD-Vertretern, wonach die schwarz-gelbe Koalition an der Griechenland-Frage zerbrechen könne, schloss sich Gysi nicht an. Da sei wohl bei den Sozialdemokraten "eher die Hoffnung der Maßstab als alles andere". Der "Selbsterhaltungswille" sei groß, gerade bei der FDP. Wenn die Koalition breche und "sie dann herumzicken und Neuwahlen kommen, mein Gott, die arme FDP, da kann man ja faste Mitleid kriegen", sagte Gysi. Er sei allerdings sicher, das es nach der nächsten Wahl keine konservative Regierung mehr geben werde.

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