Kostenlose Licht-Tests im Oktober empfohlen Gutes Licht im Herbst besonders wichtig

"Sehen und gesehen werden" ist eine Voraussetzung für eine sichere Fahrt – umso mehr bei schlechten Sichtverhältnissen in der bevorstehenden dunkleren Jahreszeit. Schlechte Sichtverhältnisse erhöhen das Unfallrisiko. Das leuchtet ein.

Bei der Dämmerung im Herbst ist ein funktionierendes Licht besonders wichtig. Foto: Citroen

Gutes Licht im Herbst besonders wichtig

"Dennoch ist speziell der Bereich Beleuchtung und Elektrik der traurige Spitzenreiter in unserer aktuellen Mängelstatistik", fasst Hans-Jürgen Götz von der Sachverständigenorganisation GTÜ in Stuttgart das Ergebnis der technischen Überprüfungen zusammen.

"Selbst ohne Tagfahrlichtpflicht sind Sie gut beraten, möglichst immer Ihr Abblendlicht zu nutzen", sagt der Fachmann. Spätestens bei Dämmerung und Dunkelheit sowie wetterbedingt erschwerten Sichtverhältnissen schreibt die Straßenverkehrsordnung den Griff zum Lichtschalter zwingend vor (Paragraf 17-18). Aber auch am helllichten Tag wird man mit eingeschaltetem Abblendlicht durch andere Verkehrsteilnehmer früher wahrgenommen. Für den permanenten Lichtbetrieb empfiehlt die GTÜ spezielle Daytime-Glühlampen. Sie sind zwar teurer als die üblichen, halten aber fünf Mal länger.

Unabhängig vom eingesetzten Leuchtmittel sollte man stets ein Ersatzset im Auto haben. Beim Ausfall einer Lampe empfiehlt es sich, den Ersatz gleich paarweise vorzunehmen, da die noch intakte Birne erfahrungsgemäß kurz darauf ihren Dienst versagt. Und noch einen Montagetipp hält Götz bereit: "Die Glühlampen dürfen nicht mit bloßen Fingern angefasst werden, da schon geringste Fett- oder Schweißrückstände sich fest einbrennen und die Lichtausbeute der Glühlampen verringern."

Grundsätzlich gibt es deutliche Unterschiede der Lichtquellen. Am schlechtesten schneiden konventionelle Wolfram-Glühwendel-"Temperaturstrahler" ab. In ihnen verdampfen Teilchen der Glühwendel und schlagen sich am Glaskolben nieder. Allerdings kommen solche Lampen wohl nur noch bei älteren Fahrzeugmodellen zum Einsatz. Die entstehende Trübung mindert im Laufe der Zeit die Leuchtkraft. "Bei moderneren Halogenstrahlern verdampfen zwar ebenfalls Teilchen, doch zerfallen diese – mit dem Umweg über eine chemische Verbindung – wieder an der heißen Wolfram-Wendel", erläutert Götz. Dieser Kreislauf halte den Glaskolben «sauber». Zudem sind die Halogenlampen leistungsstärker und langlebiger.

Neuester Stand der Lichttechnik sind Gasentladungslampen (ohne Glühwendel), bei denen in einem kleinen Quarzkolben mit Xenon-Edelgas und Metallsalzen ein Lichtbogen zwischen den beiden Wolfram-Elektroden zündet. Xenon-Lampen bieten die beste Lichtausbeute und halten nahezu ein Autoleben lang. Der Preis ist jedoch noch recht hoch.

Allgemein, rät der GTÜ-Fachmann, sollte man bei den Lampen auf Qualitätsprodukte mit UV-Schutz achten, um ein Eintrüben der Kunststoffstreuscheiben zu vermeiden. Auch das würde die Lichtwirkung vermindern.

Gerade die immer effektiver werdenden Scheinwerfer erfordern jedoch auch eine blendfreie Einstellung. Deshalb legt Götz allen Autobesitzern ans Herz, ihr Fahrzeug im Oktober einem der kostenlosen Licht-Tests zu unterziehen. Solche Überprüfungen werden in vielen Werkstätten als Gemeinschaftsaktion des Kraftfahrzeuggewerbes und der Deutschen Verkehrswacht angeboten.

Katrin Stabenow/ddp