"Si"-Marketingpreis Gute Lehrlinge durch gute Werbung

Das SHK-Unternehmen Alois Müller erhält den Marketingpreis für seine Leistungen in der Nachwuchsgewinnung.

Jonas Rosenberger

Erfolgreich im Team: Geschäftsführer Andreas Müller (links), Ausbildungsleiter Alexander Esters (2. von rechts) und Beate Bertsch mit drei Auszubildenden. - © Foto: Si/md

Für Andreas Müller ist effektive Nachwuchswerbung kein Hexenwerk. Mit den richtigen Ansätzen und Methoden lassen sich junge Leute durchaus für eine Ausbildung im Handwerk begeistern. Dafür haben der Geschäftsführer der Alois Müller GmbH aus Memmingen im Unterallgäu und sein Team auch einiges bewegt. Für seine Leistungen hat das Unternehmen auf der Sanitär-, Heizungs- und Klimamesse ISH den Marketingpreis der Fachzeitschrift Si erhalten.

"Jede Auszeichnung, die wir erhalten, verdanken wir vor allem unseren Mitarbeitern", sagt Andreas Müller, "ihr Können und Engagement sind es, die uns nach ganz vorne gebracht haben." Mit mehr als 300 Mitarbeitern an neun Standorten befindet sich das Unternehmen auf der Schwelle zwischen Handwerk und Industrie. Der Familienbetrieb sieht sich in Sachen Sanitär, Heizung und Klima führend in der Region.

Problem Nachwuchsgewinnung

Müller lobt die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter nicht ohne Grund. Denn auch für einen Betrieb dieser Größe wird es nicht einfacher, gutes Personal zu bekommen. Im Gegenteil: Die vielfältigen Ursachen für den Rückgang der Ausbildungszahlen im Handwerk treffen nach Auskunft von Müller besonders die größeren Betriebe, da sie auch einen höheren Bedarf an Auszubildenden hätten.

Hinzu kommt: "Viele junge Leute wollen heute lieber studieren gehen." Zugleich stehen auch demografisch bedingt immer weniger Schulabgänger für eine handwerkliche Ausbildung zur Verfügung. Zuletzt habe auch der gesamte Wirtschaftssektor in gewisser Weise ein Attraktivitätsproblem. Gerade deshalb sei das Thema Marketing heute wichtiger denn je, sagt Müller.

Die Strategie von Andreas Müller klingt ganz einfach. "Die Hauptaufgabe ist es, die Chancen und Leistungen einer handwerklichen Ausbildung herüberzubringen", so Müller. "Wenn wir unsere Mittel richtig einsetzen, können wir die jungen Leute wieder verstärkt für unseren Beruf begeistern."

Werbung auf allen Ebenen

Das Marketing des Unternehmens erstreckt sich auf alle erdenklichen Bereiche der Nachwuchswerbung. So zählen Ausbildungsmessen, Schulbesuche und eine „Ferienwerkstatt“ genauso zur Strategie wie die Präsenz im Internet, das Verteilen von Prospekten und auch die Mundpropaganda im Freundeskreis der Auszubildenden. "Wir freuen uns über jede gute Bewerbung", so Andreas Müller.

Denn die Chancen seien gerade im SHK-Gewerbe heute besser denn je. Durch die Energiewende könne das Unternehmen für die nächsten 30 Jahre mit vielen Aufträgen rechnen. Beispielsweise wenn alte Heizungsanlagen ausgetauscht werden müssen. Die Energiewende sei im Handwerk immer eine regionale Aufgabe, so Müller: "Diese Berufe und Mitarbeiter vor Ort lassen sich nicht ins Ausland verkaufen." Es brauche vor allem gute Leute, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben, betont Müller. Eine solche Arbeitskraft lasse sich nicht durch den Zukauf von Leiharbeitern ersetzen.

Müller setzt das, was er in der Werbung verspricht, auch in die Tat um. Denn die Ausbildung selbst muss besonderen qualitativen Standards entsprechen. Auch hier unterscheide sich die Alois Müller GmbH deutlich von anderen SHK-Unternehmen, so der Firmenchef. Bevor es für die Azubis zum Beispiel in den Außeneinsatz geht, werden sie erst vier bis fünf Monate im Haus gründlich ausgebildet. Zudem gibt es einen Ausbildungsleiter, dessen Aufgabe ausschließlich in der Betreuung der Lernenden liegt. Das Engagement Müllers wird belohnt. Die Azubis, derzeit bildet er 50 aus, bleiben dem Betrieb nach Abschluss ihrer Lehre in der Regel erhalten.

Den zweiten Marketingpreis erhielt auf der ISH in Frankfurt am Main Udo Beckmann aus Flensburg für seine Bäderwerft. Die Berliner Erfinder Andreas Langkowski und Knut Eichstädt vom Heizungsbaubetrieb Langkowski wurden mit dem dritten Marketingpreis für eine zentrale Heizungsentlüftung in großen Wohnanlagen belohnt.