Die Verkehrswacht startet eine breit angelegte Aufklärungsaktion zur Ladungssicherung. Teilnehmende Handwerksbetriebe erhalten ein Gütesiegel und können auf ihren Fahrzeugen zeigen, dass sie schwere Ladung nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Ulrich Steudel
Der Anteil der Transporter auf Deutschlands Straßen steigt überproportional. Und mit ihm die Unfallgefahr, zum Beispiel durch mangelhaft gesicherte Ladung. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen will an zehn Standorten im gesamten Bundesgebiet Schulungen zur Ladungssicherung für Fahrer, Betriebsinhaber, aber auch Nutzfahrzeughändler anbieten. Die siebenstündigen Seminare gelten als anerkannte Weiterbildung nach dem Berufsfahrer-Qualifizierungsgesetz.
„Die technische Ausstattung der Fahrzeuge in puncto Ladungssicherung wird ständig weiterentwickelt. Nur die Fahrer bleiben die gleichen. Nach der Führerscheinprüfung besuchen sie in der Regel keine Schulung mehr“, sagt Walter Lohmann von der Verkehrswacht Niedersachsen. Das trifft auch auf die meisten Handwerker zu.
Handy wird 15 Kilo schwer
Dabei kann ungesicherte Ladung enorm gefährlich sein. „Schon ein lose herumliegendes Handy kann bei einer Vollbremsung ein Aufprallgewicht von 15 Kilo erreichen. Ein Getränkekasten hat ein Aufprallgewicht von 700 Kilo“, rechnet Heiner Bartling vor. Der Präsident der Landesverkehrswacht Niedersachsen macht darauf aufmerksam, dass bei unzureichender Ladungssicherung alle beteiligten Personen haftbar sind: neben dem Fahrer auch der Fahrzeughalter und gegebenenfalls der Verlader. Die Ladungssicherung müsse in den Köpfen ankommen. Erst dann würden die technischen Hilfsmittel auch ihre Wirkung entfalten können.
Neu ist der Cargo-Stopp, der in die Einzelverzurrpunkte im Boden eingehakt wird und die Ladung zusätzlich gegen das Verrutschen sichert. Die mit dem Landungssicherungspaket ausgestatteten Renault Master werden von Renault auf sein Händlernetz verteilt, das an 92 Standorten in Deutschland speziell auf Gewerbekunden ausgerichtet ist. „Ab nächstem Jahr wollen wir das Ladungssicherungspaket optional ab Werk anbieten“, kündigte Frank Germes von Renault Deutschland an.
Die Schulungen der Verkehrswacht können freilich mit jedem Transporter absolviert werden. Nach dem rund 120 Euro teuren Seminar erhält jeder Teilnehmer einen Ausweis und das Gütesiegel für sein Fahrzeug. Beides gilt für drei Jahre, dann ist ein Auffrischungskurs fällig.

