Marketing aktuell: Kleines Budget, große Wirkung Guerilla-Marketing: Tipps für besondere Aktionen

Viel Aufmerksamkeit erregen mit wenig Geld – das ist Guerilla-Marketing. Obwohl man es vor allem von den großen Konzernen kennt, ist diese Art der Werbung auch für kleine Betriebe geeignet. Denn was man dafür braucht, ist eine gute Idee. Ein paar Tipps für erfolgreiche Aktionen.

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    Entchen angeln: Kennen Sie das von der Kirmes? Man kann es auch als Guerilla-Marketing-Aktion nutzen und Gutscheine unter die Figuren kleben.
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    Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreiben ihr Marketing wegen mangelnder Strukturen und Ressourcen häufig nach dem Prinzip "learning-by-doing".

Der Heißluftballon, der scheinbar vom Staubsauger aufgesaugt wird und tanzende Ampelmännchen:  Beim Guerilla-Marketing  gilt: Je ausgefallener, desto besser. Es geht darum, den Kunden mit etwas unerwartetem und ungewöhnlichem zu überraschen.

Humor als Türöffner

Häufig senden Unternehmen an ganz gewöhnlichen Orten ungewöhnliche Signale aus, oder verändern Alltagsgegenstände auf humorvolle Art und Weise. So veränderte McDonalds beispielsweise einen Zebrastreifen so, dass er aussah wie eine Pommes-Tüte. Ein Optiker in Wertheim verhüllte vor einiger Zeit sein Gebäude mit weißen Laken im Christo-Stil mit dem Slogan: "Wenn Sie mein Geschäft nicht sehen, brauchen Sie bestimmt eine neue Brille." Oder es funktioniert ganz einfach, wie beim Bäcker, der sich mit einem Planschbecken auf den Wochenmarkt setzt und Passanten Gutscheine angeln lässt.

Humor kommt dabei immer an und ist ein guter Türöffner, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.  Aber auch ein besonderer Service, mit dem der Kunde so nicht gerechnet hätte,  kann ein erfolgreiches Guerilla-Marketing sein.

Ein Beispiel für Guerilla-Marketing

Die Botschaft kommt also meist ohne Worte rüber, bleibt aber dennoch im Gedächtnis. Auch provokante Aktionen sind denkbar, doch der Grat zwischen Provokation und Geschmacklosigkeit ist sehr klein. Betriebe müssen dann vorsichtig sein, dass sich die Intention der Werbung nicht ins Gegenteil verkehrt und sich das, was eigentlich Kunden anlocken sollte, abschreckend wirkt.

Sechs Tipps

Da jede Guerilla-Marketing-Aktion jedoch davon lebt, einzigartig zu sein, gibt es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept dafür. Wichtige Schritte sind jedoch:

1. Ideen sammeln

Mit Mitarbeitern Ideen entwickeln und dabei auch mal querdenken . Beim anfänglichen Brainstorming ist zunächst alles erlaubt.

2. Ideen überprüfen

Passt die ausgewählte Idee zum Betrieb? Dafür sollten Betriebe ihre Zielgruppe genau im Blick haben. Die Idee sollte überraschen und Kundenerwartungen übertreffen.

3. Den richtigen Ort auswählen

Wo trifft man auf potenzielle Kunden, ohne sie zu stören? Gibt es sogar Orte, an denen man sie mit einem besonderen Service überzeugen kann? Das kann auch im Internet, wie in sozialen Netzwerken sein. Auch überraschende Anzeigen oder Aktionen in Zeitschriften sind möglich.

4. Die richtigen Partner suchen

Falls es sich um eine größere und eventuell kostspielige Aktion handelt, sollten sich Betriebe von jemandem beraten lassen, der bereits Erfahrung in diesem Bereich hat.

5. Optimales Timing

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Das Timing ist für Guerilla-Marketing enorm wichtig. So muss beispielsweise sichergestellt sein, dass genug Menschen die Aktion zu Gesicht bekommen.

6. Aktion dokumentieren

Sinnvoll ist es, die Aktion per Foto oder Video zu dokumentieren. Denn maximale Wirkung erzeugt Guerilla-Marketing, wenn es sich über die sozialen Medien verbreitet. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass die Menschen zu irgendeinem Zeitpunkt erkennen, wer hier Werbung macht.

Ansonsten heißt es: kreativ sein und präzise planen, damit Sie möglichst viele potenzielle Kunden erreichen. sch

Weitere Beispiele finden Sie im Video:

https://www.youtube.com/watch?v=nJ4uCOJjDF8