Das Brotregister der deutschen Bäcker übertrifft nach Informationen des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV Bäcker) alle Erwartungen. Damit sei der Grundstein zur Aufnahme ins Weltkulturerbe gelegt.

Dass die deutsche Brotkultur weltweit unerreicht ist, hätten die deutschen Bäcker mit ihrem Brotregister eindrucksvoll untermauert, so der Verband. Die Anzahl der Brotspezialitäten und die damit verbundene Kreativität übertreffe alle Erwartungen. Mit der Bestandsaufnahme – der ersten ihrer Art – sei der Grundstein für die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe nach der UNESCO-Konvention gelegt. Was noch fehlt, sei die Ratifizierung des entsprechenden Übereinkommens durch den Deutschen Bundestag.
„Insgesamt wurden 2.256 Brotrezepte angemeldet. Eine Systematik zur Kategorisierung der Brotrezepte wird derzeit erarbeitet. Wir dürfen jedoch davon ausgehen, dass wir weit mehr als 300 Brotsorten haben werden. Dieses Rekordergebnis hat sogar uns erstaunt“, verkündet Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes. „Sobald Deutschland dem Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Weltkulturerbes beigetreten ist, sind wir gerüstet.“
Von meschlichem Können und Wissen getragen
Die deutsche Brotkultur zählt – ähnlich wie die französische Esskultur oder der argentinische Tango – zu den „lebendigen kulturellen Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Können und Wissen getragen werden“ und erfülle damit die wichtigste Voraussetzung, um von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geschützt zu werden. Doch noch stehe die deutsche Umsetzung des Abkommens aus, dem seit 2003 bereits über 130 Staaten beigetreten sind.
Fraktionsübergreifend befürworten die Parteien im Bundestag eine Ratifizierung des UNESCO-Abkommens. Mittlerweile hat die Bundesregierung Gespräche mit den Ländern aufgenommen, um den Ratifizierungsprozess einzuleiten. Gelinge es, sich mit den Ländern auf eine qualitätssichernde Methode für Bestandsaufnahmen zu verständigen – etwa nach Vorbild der Schweiz oder Österreich – rücke der deutsche Beitritt in greifbare Nähe.
Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes: „Unser Ziel ist es, die natürlich gewachsene deutsche Brotlandschaft zu bewahren, in die Liste des Kulturgutes aufzunehmen und die Leistung der deutschen Bäcker gebührend zu würdigen. Deshalb hoffen wir, dass wir bis Ende 2012 in die Liste als Weltkulturerbe aufgenommen werden.“