"Persönlichkeiten mit unkonventionelle Ideen" gesucht Gröhe will eine neue Großstadtstrategie der CDU

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat sich für eine neue Strategie seiner Partei in den Großstädten ausgesprochen. Gröhe sagte der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag, es gebe für seine Partei besondere Herausforderungen in großen Städten ab 500.000 Einwohnern aufwärts. In diesen Städten sei das Wählerverhalten flexibler, traditionelle Wählerbindungen gälten oft nicht mehr.

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Gröhe will eine neue Großstadtstrategie der CDU

Berlin (dapd). CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat sich für eine neue Strategie seiner Partei in den Großstädten ausgesprochen. Gröhe sagte der Nachrichtenagentur dapd am Sonntag, es gebe für seine Partei besondere Herausforderungen in großen Städten ab 500.000 Einwohnern aufwärts. In diesen Städten sei das Wählerverhalten flexibler, traditionelle Wählerbindungen gälten oft nicht mehr.

"Es ist wichtig, dass die CDU auch in den Großstadtgesellschaften präsent ist, die von großer sozialer Vielfalt mit all ihren Brüchen geprägt sind", sagte Gröhe. Diese Großstadtgesellschaften "werden stark angesprochen von markanten Köpfen, die auch nicht immer die Linie der eigenen Partei vertreten". Als Beispiel nannte er die Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth, die sich einst für die kontrollierte Heroin-Abgabe in schweren Fällen ausgesprochen hatte. Dies sei in der CDU auf viel Kritik gestoßen. "Aber für eine Partei ist es wichtig, Persönlichkeiten in den eigenen Reihen zu haben, die unkonventionelle Ideen haben und die bereit sind, auch mal gegen den Strom zu schwimmen."

Im Umgang mit diesen Politikern wünsche er sich für die CDU "die notwendige Offenheit", sagte Gröhe. Im Gegensatz zu ländlichen Gebieten, wo auch viele Mandatsträger mit Vereinen verbunden seien, gebe es diese traditionellen Bindungen in den großen Städten immer weniger. Daher müsse seine Partei auch soziale Einrichtungen wie beispielsweise die Tafeln oder kulturelle Initiativen im Blick haben. Eine Volkspartei "darf kein schwerfälliger Tanker sein", betonte Gröhe. "Wir müssen raus aus den Parteiversammlungen, hinein ins pralle Leben."

dapd