Der CDU-Generalsekretär hält den geplanten Atom-Ausstieg innerhalb eines Jahrzehnts für möglich Gröhe nennt Energiewende "unumkehrbar"

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hält den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie innerhalb eines Jahrzehnts für möglich. Gleichzeitig bezeichnete er die Energiewende im Interview der Nachrichtenagentur dapd am Samstag als "unumkehrbar".

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Gröhe nennt Energiewende "unumkehrbar"

Berlin (dapd). CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hält den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie innerhalb eines Jahrzehnts für möglich. Gleichzeitig bezeichnete er die Energiewende im Interview der Nachrichtenagentur dapd am Samstag als "unumkehrbar".

Gröhe sagte: "Daher glaube ich, dass es möglich ist, den Ausstieg innerhalb eines Jahrzehnts zu schaffen, wenn die Bedingungen stimmen." Dies bedeute, dass die Fragen der Energieeffizienz, der Speicherkapazität, des Netzausbaus und des Zubaus etwa von Gaskraftwerken stimmig beantwortet werden müssen.

Der CDU-Politiker betonte, dass es keine Revision des Atomausstiegs geben werde. Der Prozess des Umstiegs bedürfe allerdings der" fortlaufenden Begleitung und Überprüfung".

Seiner Einschätzung nach liegen Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Gruppierungen in Fragen des Ausstiegsdatums nicht weit voneinander entfernt. "Greenpeace fordert das Jahr 2015 als Ausstiegsdatum, die Energiewirtschaft peilt 2022 an - wir sprechen also gerade mal von sieben Jahren Unterschied."

Mit Blick auf den angestrebten Konsens mit der Opposition sagte Gröhe, es gebe Gesprächsangebote an alle Fraktionen. Er sehe "mit Interesse" Äußerungen in der SPD zum Industriestandort Deutschland und zur Sozialverträglichkeit, die "Anknüpfungspunkte für uns darstellen". Den Grünen attestierte Gröhe jedoch eine "starke Konzentration auf ein unrealistisches, zu frühes Ausstiegsdatum".

Der CDU-Politiker gab sich überzeugt, dass Deutschland von der Energiewende auch als Industriestandort profitieren könne. "Wir sind ein Hightechland. Und wenn wir zeigen, dass wir auch ohne Kernenergie nachhaltig industriell produzieren können, dann kann das ein Markenzeichen werden für unser Land."

Die Beratungen zum Ausstieg aus der Kernenergie stehen vor ihrem Abschluss. Am Sonntag tagt der Koalitionsausschuss zu diesem Thema, am Montag überreicht die Ethikkommission Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Bericht, der Kabinettsbeschluss wird für den 6. Juni angestrebt.

dapd