In der Debatte um die Lösung der Euro-Krise haben sich führende Wirtschaftsforscher in Deutschland für eine Umschuldung Griechenlands ausgesprochen. "Griechenland ist pleite und wird um einen Schuldenschnitt nicht herumkommen", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, am Freitag "Handelsblatt Online".
Griechenland-Umschuldung unter Ökonomen umstritten
Düsseldorf (dapd). In der Debatte um die Lösung der Euro-Krise haben sich führende Wirtschaftsforscher in Deutschland für eine Umschuldung Griechenlands ausgesprochen. "Griechenland ist pleite und wird um einen Schuldenschnitt nicht herumkommen", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, am Freitag "Handelsblatt Online". Die von der Politik favorisierte "sanfte" Lösung werde nicht ausreichen. Dass hierdurch private Investoren Verluste hinnehmen müssen, stehe dem nicht entgegen.
Der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Roland Döhrn, und der Konjunkturexperte des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Jörg Hinze, äußerten sich gegenüber der Zeitung ähnlich.
Dagegen lehnt der Chefvolkswirt der Allianz-Gruppe, Michael Heise, einen Schuldenschnitt kategorisch ab. Ein direkter, erzwungener Schuldenschnitt wäre aus seiner Sicht "eine sehr gefährliche Veranstaltung", sagte Heise "Handelsblatt Online".
Er begründete seine Ablehnung damit, dass der monetäre Nutzen eines Schuldenschnitts in keinem Verhältnis zu den Risiken stünde, da die Investoren im Falle eines Zahlungsausfalls voraussichtlich in Scharen aus den Anleihen anderer Krisenstaaten flüchten würden, da sie dort das gleiche Szenario erwarten. Aus Sicht von Heise ist ein Anleihetausch unter Beteiligung des Rettungsfonds EFSF die vielversprechendste Option.
dapd
