Investition Gold: Das Edelmetall hat auch 2025 gute Aussichten

Der Goldpreis in Dollar ist im vergangenen Jahr um 30 Prozent gestiegen. In Euro gerechnet war es sogar ein wenig mehr. Viele Anleger fragen sich nun, ob das Edelmetall sie 2025 weiter erfreuen wird oder ob eine ausgeprägte Korrektur bevorsteht. Investmentstratege Mirko Kohlbrecher bleibt aus drei Gründen zuversichtlich.

Der Goldpreis ist in den letzten ein bis zwei Jahren trotz recht hoher Markt- und Leitzinsen deutlich gestiegen. - © Nisar Ahmad Khan - stock.adobe.com / mit KI generiert

Gold erreicht schon einmal ein sogenanntes Allzeithoch. In seiner Handelswährung US-Dollar kostete die Unze 2011 gut 1.900 Dollar. Dieses Hoch hatte fast 13 Jahre lang Bestand. Es wurde erst im Frühjahr 2024 dauerhaft überwunden. Dann ging alles sehr schnell: Innerhalb weniger Monate erreichte Gold sein jetziges Allzeithoch von knapp 2.800 Dollar. Ein solcher explosionsartiger Anstieg ist den meisten Anlegern suspekt. Gold zu verkaufen, sollte man sich dennoch sehr gut überlegen.

Gold-Bullenmärkte dauern Jahre

Wenn der Goldpreis einen starken Anstieg (Bullenmarkt) startet, hält dies über mehrere Jahre an. So ging es von 1971 bis 1980 von den politisch festgelegten 35 Dollar auf 800 Dollar hoch. Der Anstieg zwischen 2000 und 2011 brachte den Goldpreis von knapp 300 auf 1.900 Dollar. Vor dem jetzigen Anstieg lag das Tief 2016 bei 1.060 Dollar. Damit hat der jetzige Gold-Bullenmarkt zeitlich, vor allem aber preislich noch Spielraum nach oben.

Definitiv nicht überteuert

Aus fundamentaler Perspektive spricht ebenfalls wenig dafür, dass Gold spürbar überbewertet sein könnte. Für die langfristige Bewertung des Edelmetalls halten wir die Geldmenge (der Industrieländer) für den am besten geeigneten Parameter, denn Gold und diese Geldmenge bewegen sich über die Jahrzehnte in etwa parallel. Aktuell entspricht das Verhältnis beider Größen etwa jenem von Anfang 2010. Danach legte der Goldpreis weiter zu.

Stärke trotz hoher Zinsen

Der Goldpreis hat sich in den vergangenen ein, zwei Jahren trotz recht hoher Markt- und Leitzinsen nicht nur wacker gehalten, sondern ist sogar deutlich gestiegen. Das ist außergewöhnlich. Zum einen scheint das Schema "Höhere Realzinsen im Westen schicken den Goldpreis nach unten" nicht mehr zu gelten, weil die Schwellenländer-Notenbanken immer mehr Gold als Währungsreserve kaufen, um unabhängiger vom US-Dollar zu werden. Zum anderen verlangen Anleger im Westen wegen der hohen Inflation zwar höhere Zinsen, sorgen sich aber gleichzeitig wegen der ausufernden Staatsverschuldung. Um sich gegen das Risiko von Staatspleiten abzusichern, setzen Anleger zunehmend auf Gold, weil es hier kein Schuldnerrisiko gibt. Schließlich ist das Edelmetall die Währung der letzten Instanz.

Zum Autor: Mirko Kohlbrecher ist Investmentstratege bei der Spiekermann & CO AG, Osnabrück.