Vermögensaufbau Gold als Geldanlage: Warum der Glanz trügerisch sein kann

Gold fasziniert seit Jahrtausenden als wertvolles Edelmetall und sichere Anlage. In unsicheren Zeiten rückt es als strategische Absicherung wieder ins Zentrum des Interesses. Doch ist es die beste Wahl für Anleger?

Der Goldrausch von 1848 zeigt, dass meist nicht die Goldsucher reich wurden, sondern diejenigen, die Schaufeln verkauften. - © peterschreiber.media - stock.adobe.com

Gold ist seit Jahrtausenden ein Symbol für Reichtum und Macht. Es glänzt und lässt sich hervorragend zu Schmuck verarbeiten und ist ein relativ seltenes Element auf der Erde. Aber der eigentliche Mythos des Goldes für Anleger ist seine Geschichte als unverwüstliche Währung.

Die ersten Goldmünzen sollen vor über zweitausend Jahren von König Krösus geprägt worden sein. Schon damals galt Gold als besonders wertvoll, wie die faszinierenden Funde in den Gräbern ägyptischer Pharaonen zeigen. Den gottgleichen Herrschern sollte ein luxuriöses Leben im Jenseits ermöglicht werden.

Goldpreis bei neuen Höchstwerten

Heute erreicht der Goldpreis mit über4.000 Dollar je Feinunze neue Höchstwerte. Diese Entwicklung hat viele Ursachen. Die Unsicherheiten an den Märkten, die vom ungelösten Ukrainekrieg bis zur umstrittenen Zollpolitik Donald Trumps reichen, treiben die Nachfrage nach stabilen Anlageformen. Auch die Schwächung des Dollars und die enormen Schuldenberge in Ländern wie den USA, Frankreich und Italien tragen zur Attraktivität von Gold bei. Teure Herausforderungen wie Trumps "Beautiful Bill"- Steuersenkungsprogramm oder die massiven Investitionen in die europäische Verteidigungsfähigkeit werden das globale Schuldenproblem kaum kleiner werden lassen.

Das nährt Zweifel, ob Papierwährungen nicht irgendwann entwertet werden könnten, um sich der Schuldenberge über eine Währungsreform zu entledigen. Deutsche Anleger wissen um die Risiken von Währungsreformen, die im letzten Jahrhundert zweimal stattfanden. Um auf solche Fälle vorbereitet zu sein, sollte sich im Portfolio stets ein Edelmetall-Notanker befinden.

Es gibt glänzendere Alternativen

Alles auf Gold zu setzen, ist allerdings keine gute Idee. Die Schwankungen Ende Oktober zeigten klar, dass es keine Garantie auf ewig steigende Edelmetallpreise gibt. Zumal Gold keine Erträge wie Aktien oder Anleihen bietet. Sein Wertzuwachs ist allein von Preissteigerungen abhängig, die lange auf sich warten lassen können. Wer in den 1980er-Jahren in Gold investierte, musste Jahrzehnte auf Gewinne warten. Erst nach rund einem Vierteljahrhundert wurde die Gewinnzone erreicht. Es spricht also nichts dagegen, auch mal die entstandenen Gewinne abzuschöpfen.

Denn Gold ist eine strategische Absicherungsposition. Langfristig hat sich ein diversifiziertes Aktienportfolio als ebenso stabiles Investment bewährt. Trotz globaler Probleme und politischer Unsicherheiten glauben wir grundsätzlich an die Kräfte der Wirtschaft. Die Beteiligung an erfolgreichen Unternehmen bietet langfristig die beste Chance, Vermögen aufzubauen und zu erhalten. Gold bleibt ein wichtiger Bestandteil, aber allein darauf zu setzen, ist Spekulation. Der Goldrausch von 1848 zeigt, dass meist nicht die Goldsucher reich wurden, sondern diejenigen, die Schaufeln verkauften. Es lohnt sich, alternative Investitionsmöglichkeiten zu prüfen und mit klarem Kopf zu entscheiden.

Zum Autor: Claus Walter ist Geschäftsführer der Vermögensmanagement GmbH in Freiburg.