General Motors GM-Chef Wagoner tritt zurück

Der Chef des US-Autokonzerns General Motors (GM), Rick Wagoner (56), ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Er wolle damit den Weg freimachen für eine Restrukturierung des stark angeschlagenen Unternehmens.

GM-Chef Wagoner tritt zurück

Nachfolger werde sein bisheriger Stellvertreter Fritz Henderson (50). Zu GM gehört auch Opel. GM warte jetzt auf weitere Ankündigungen von US-Präsident Barack Obama und werde sich dann wieder äußern, teilte das Unternehmen weiter mit.

Wagoner erklärte, Vertreter der Regierung hätten ihn am Freitag bei Gesprächen in Washington gebeten, den Weg freizumachen. Dieser Bitte sei er gefolgt. Seinen Nachfolger Henderson bezeichnete Wagoner als exzellente Wahl. Henderson war früher Europa-Chef von GM.

Derweil hat die US-Regierung den vorgelegten Sanierungsplan von GM als nicht gangbar zurückgewiesen. Das Unternehmen müsse ebenso wie Wettbewerber Chrysler noch deutlich mehr tun, um weitere Staatsgelder zu bekommen, heißt es in einer fünfseitigen Stellungnahme des Weißen Hauses zu den am 17. Februar vorgelegten Plänen von GM. Unter anderem gehe der Konzern von viel zu optimistischen Annahmen bei Marktanteilen und Preisen aus, kritisiert das Weiße Haus.

Dennoch sieht die US-Regierung Chancen für eine Sanierung des Konzerns und will ihm für 60 Tage weiteres Arbeitskapital zur Verfügung stellen, damit ein "aggressiverer Restrukturierungsplan" sowie eine glaubwürdige Strategie für dessen Umsetzung erarbeitet werden kann. Bisher habe GM die Bedingungen der Kreditvereinbarung nicht erfüllt.

GM und Chrysler müssen bis Dienstag mit Hilfe von detaillierten Plänen belegen, dass sie nach einer umfassenden Sanierung in Zukunft eigenständig existieren können. Beide Konzerne konnten in den vergangenen Monaten nur mit staatlichen Überbrückungskrediten von 17,4 Milliarden Dollar (13,1 Milliarden Euro) überleben. GM fordert weitere Staatshilfen im Volumen von 16,6 Milliarden, Chrysler weitere 5 Milliarden.

Die GM-Tochter Opel ist offenbar nicht mehr unmittelbar von der Zahlungsunfähigkeit bedroht. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schreibt unter Berufung auf Unternehmenskreise, die Abwrackprämie habe dem Unternehmen kurzfristig viele Aufträge beschert. Dadurch stimme die bisherige Aussage, Anfang des zweiten Quartals werde Opel die Liquidität ausgehen, nicht mehr.

ddp