Spendenfahrt Glückstour 2022: Schornsteinfeger radeln für einen guten Zweck

Bereits zum 17. Mal radelten sie tausend Kilometer durch Deutschland, damit Gesundwerden für krebs- und schwerstkranke Kinder keine Glückssache ist. Die Radtour des Schornsteinfegerhandwerks ist eine der größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland.

Radlfahrer auf dem Erfurter Domplatz
In diesem Jahr startete die Glückstour, eine Aktion des Schornsteinfegerhandwerks, auf dem Domplatz in Erfurt. - © HWK Erfurt/Susann Eberlein

Sie sind am Erfurter Domplatz gestartet und knapp 1.000 Kilometer zum Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks nach Lübeck geradelt, um Spenden für krebs- und schwerstkranke Kinder zu sammeln. Im Juni fand die 17. Glückstour, eine Aktion des Schornsteinfegerhandwerks, statt, die das Handwerk mit Sportlern und Spendern zusammenbringt. "Das zeigt: Zusammen sind wir stark", sagte Daniel Fürst, erster Vorsitzender des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger (ZDS), beim Startschuss der Tour in der Thüringer Landeshauptstadt.

Neben dem Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein wohnte auch der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, der Auftaktveranstaltung bei. "Das Handwerk hält zusammen, muss als Gesellschaftsgruppe aber noch stärker wahrgenommen werden. Nur gemeinsam können wir Glück haben und Glück bringen", sagte er in seinem Grußwort.

Spenden in Höhe von fast drei Millionen Euro seit 2006

Besucher, Fans und Freunde der Glückstour-Schornsteinfeger entließen die Fahrer unter großem Beifall auf die Strecke, die sie in sieben Etappen in die Hansestadt Lübeck nach Schleswig-Holstein brachte. Während der Tour wurden Kliniken, Vereine, Wohnheime und Elterninitiativen ebenso unterstützt wie Forschungsarbeiten und Projekte, die kranken Kindern Lebensmut schenken. "Die Präsenz der unterschiedlichen Einrichtungen zu zeigen, diese transparent darzustellen, das ist eine unserer Aufgaben während der Tour", betonte Organisator und Vereinsvorsitzender Ralf Heibrok.

Schornsteinfeger gelten gemeinhin als Glücksbringer. Mit dem Verein Glückstour e.V. zeigen Vertreter dieses Berufsstands seit Jahren, dass dieser Ruf alles andere als eine leere Phrase ist. Fast drei Millionen Euro hat die 2006 ins Leben gerufene Hilfsaktion seither für krebs- und schwersterkrankte Kinder, deren Familien und entsprechende Institutionen gesammelt "und damit einen großen Beitrag geleistet, das Leben der Kinder ein klein bisschen zu verbessern", so Daniel Fürst.

Spendenübergabe Glückstour
Im Beisein von HWK-Präsident Stefan Lobenstein und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein übergab Daniel Fürst eine Spende des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger über 25.000 Euro an den Vereinsvorsitzenden Ralf Heibrok (l.). - © HWK Erfurt/Susann Eberlein

Zentralverband mit höchster Einzelspende in der Vereinsgeschichte

Heute ist die Glückstour eine der größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland. Allein im vergangenen Jahr hat der Verein Glückstour mehr als 321.00 Euro verteilt, fast 50.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Die Übergabe der Spenden erfolgt immer persönlich, wobei die Empfänger mit oftmals bewegenden Worten und Geschichten über ihre Arbeit und Hilfe erzählen. Vor dem Start auf dem Erfurter Domplatz übergab Daniel Fürst eine Spende über 25.000 Euro des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger – die höchste Einzelspende in der Geschichte des Vereins.

Gesammelt und geholfen wird das gesamte Jahr über. Im Mittelpunkt aber steht die jährliche Radtour der Glücksfeger. In diesem Jahr haben die sportlichen Kaminkehrer die Strecke in Angriff genommen, die bereits für 2020 geplant war. Aufgrund der Pandemie-Situation war das vor zwei Jahren lediglich virtuell möglich.