Zwischen 300.000 und 670.000 Menschen in Deutschland sind süchtig nach Glücksspiel. Vor allem junge Männer sind betroffen. Wie das Umfeld Warnzeichen erkennen kann und wie Chefs reagieren sollten.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat eine neue Umfrage zum Glücksspiel in Deutschland gemacht. Das Ergebnis: In der Gruppe der 16- bis 70-Jährigen zeigen bis zu 676.000 Menschen ein mindestens problematisches, wenn nicht pathologisches Glücksspielverhalten.
Vor allem junge Männer zwischen 21 und 25 Jahren sind suchtgefährdet, zeigen die Studiendaten. Rund 2,7 Prozent dieser Gruppe haben ihr Spiel nicht mehr im Griff, egal ob online, bei Lotterien, Sportwetten oder an Spielautomaten.
Spielsucht zerstört soziales Leben
Am 28. September findet der Aktionstag Glücksspielsucht statt, initiiert von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Landesfachstellen für Glücksspielsuchtprävention. Auf einem eigenen Internetportal können Betroffene, deren Angehörige und Kollegen sowie Chefs nachlesen, wo und wie sie in ihrer Region Hilfe bei problematischem Glücksspielverhalten finden können.
Denn Glücksspiel ist eine ernstzunehmende Suchterkrankung, also eine psychische Krankheit. Die Krankheit zählt zu den Verhaltenssüchten, sie ist nicht an eine bestimmte Su bstanz gebunden, aber deshalb nicht weniger stark als eine Drogensucht, auch wenn sie zunächst kaum auffällt. Der Betroffene muss aus einem inneren Zwang heraus immer wieder spielen. Obwohl die Anzeichen subtil sind, gibt es doch Warnzeichen, die im Betriebsalltag auffallen können.
Woran erkennt man Spielsucht?
Der Betroffene ist:
- nervös und gereizt
- hat Schulden und bittet um Vorschuss
- verliert soziale Kontakte
- vernachlässigt seine Arbeit
- veruntreut Geld
- im Suchtstadium treten weitere Symptome auf: Stress und Angstzustände, zittrige Hände, starkes Schwitzen.
Der Aktionstag Glücksspielsucht findet jedes Jahr am letzten Mittwoch im September statt, um die Bevölkerung für die Gefahren zu sensibilisieren, die von der Teilnahme an Glücksspielen ausgehen. Anlässlich des Aktionstages engagieren sich im gesamten Bundesgebiet Fachkräfte der Suchtprävention, um in persönlichen Gesprächen über Risiken des Glücksspiels zu informieren.
Auf http://www.check-dein-spiel.de können Betroffene in einem Sel bsttest ihr Spielverhalten einschätzen lassen, in einer Chat-Sprechstunde Hilfe finden und an einem Online-Ausstiegsprogramm teilnehmen.
Eine kostenlose telefonische Beratung zur Glücksspielsucht bietet die BZgA unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1 37 27 00 an.
Die Repräsentativbefragung der BZgA "Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2015" steht hier.
bst