Bundeswirtschaftsminister Michael Glos ist von der Ölkonferenz im saudischen Dschidda zurück und er hat keine guten Nachrichten im Gepäck.

Glos: Ölpreise werden nicht sinken
Öl und Gas blieben auch in Zukunft "ein knappes Gut", sagte Glos im ARD-"Morgenmagazin". "Es sind die Märkte, die letztendlich die Preise bewegen", fügte er hinzu. Zudem steige der Verbrauch vor allem in den großen Schwellenländern weiter an.
Glos räumte ein, dass die deutsche Politik der Entwicklung hilflos gegenüberstehe. Damit sei Deutschland allerdings nicht allein. Selbst die führenden Länder der Völkergemeinschaft, die auf der Konferenz anwesend waren, hätten keine Patentrezepte gegen die steigenden Energiepreise gehabt. Die Ölförderländer erwarteten von den Ölverbraucherländern eine höhere Energieeffizienz. Deutschland sei dafür gelobt worden.
Trotz einer nur moderaten höheren Ölproduktion, die Saudi-Arabien auf der Konferenz in Aussicht stellte, wertete Glos die Konferenz positiv. "Ich hoffe, das ist ein positives Signal und eine Aufforderung an andere Ölländer, gleiches zu tun." Glos erläuterte allerdings, dass entsprechende Mengen nicht so rasch zur Verfügung stünden, da in der Vergangenheit weltweit zu wenig in die Erschließung von neuen Ölfeldern und die Errichtung neuer Raffinerien investiert worden ist.
Es sei grundsätzlich allerdings immer mehr die Einsicht zu spüren, dass es keine Gewinner gebe, wenn man die Weltwirtschaft durcheinander bringe durch einen dauerhaft hohen Ölpreis, sagte Glos weiter. Auf der Konferenz sei vereinbart worden, die Gespräche zwischen den großen Ölförder- und den großen Ölverbraucher-Ländern fortzusetzen. Dazu gehöre, die ständigen Förder- und die Verbrauchsmengen transparenter zu machen.
Glos warnte zudem vor den Folgen des hohen Ölpreises für Entwicklungsländer. "Je höher der Öl- und Benzinpreis praktisch bei uns steigt, desto mehr wird ausgewichen auf Produkte aus denen man auch Nahrungsmittel herstellen kann und desto mehr richtet sich das eigentlich gegen die Allerärmsten", sagte er. "Das würde die Welt noch mehr in Unruhe versetzen als es der hohe Ölpreis jetzt tut", fügte er hinzu.
ddp