Öko-Test: Hohe Kosten für Kontoführung Girokonten: Selbstständige werden abkassiert

Girokonten für Selbstständige sind teuer. Das hat die Zeitschrift "Öko-Test" festgestellt. Die Gebühren seien teilweise bis zu zehn Mal so teuer wie für Privatkunden. Es lohne sich also, sich vorher genau über die Kosten zu informieren. Das allerdings ist nicht so einfach.

Das kann teuer werden. Banken kassieren neben hohen Sollzinsen oft schon für die Bereitstellung eines Kontokorrentkredits. - © Alterfalter/Fotolia

Während Privatkunden oft überhaupt nichts mehr für die Kontoführung bezahlen müssten, fangen die Kosten für Selbstständige erst bei 80 Euro pro Jahr an. Das ist dann noch günstig. Manche Institute verlangten bis zu 1.000 Euro pro Jahr. Konto- und Kreditkarten sowie Buchungen kosten meist extra.

Schon die Bereitstellung ist teuer

Auch der Kontokorrentkredit – sofern der Selbstständige denn einen bekommt – sei eine regelrechte Kostenfalle. Allein die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto koste bereits Zinsen. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fielen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutsche das Konto tatsächlich ins Minus, schwanken die Sollzinsen zwischen 6,75 Prozent und 12,81 Prozent.

Eine Bank habe im Test neben der Bereitstellungsprovision zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 150 Euro verlangt. In den Musterfällen kommt "Öko-Test" auf bis zu 586 Euro pro Jahr nur für die Bereitstellung eines Kontokorrentkredits, obwohl der Kreditrahmen nicht genutzt wurde.

Banken rücken mit Preisen oft nicht raus

"Öko-Test" empfiehlt zwar, die Angebote zu vergleichen. Das ist jedoch nicht so einfach, denn Kunden stoßen oft auf Intransparenz. Nur wenige Banken seien bereit, die Preise für Geschäfttsgirokonten offenzulegen. Das Magazin hatte 87 Banken angeschrieben. 54 Institute wollten sich nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Antwort. Es lohne sich aber, immer mit der Bank über die Kosten zu verhandeln.

Die genauen Ergebnisse sind unter Ökostest.de zu finden. dhz