Soldaten in Kampfeinsätzen leiden in erheblichem Ausmaß unter sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Das ergab eine aktuelle Studie, die beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) erschienen ist.
Gesundheitskosten in Milliardenhöhe durch traumatisierte US-Soldaten
Bonn (dapd). Soldaten in Kampfeinsätzen leiden in erheblichem Ausmaß unter sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Das ergab eine aktuelle Studie, die beim Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) erschienen ist. Sie berechnet am Beispiel des US-Militärs, dass seit dem Jahr 2001 durch die Auslandseinsätze in Irak und Afghanistan rund zwei Milliarden Dollar an zusätzlichen Gesundheitskosten allein aufgrund der psychologischen Kriegsfolgen entstanden sind.
Der Studie zufolge ist der Anteil der traumatisierten Soldaten unter den Heimkehrern aus Kampfgebieten um etwa zwölf Prozentpunkte höher als bei Truppen, die nicht unmittelbar in Krisenregionen stationiert sind. Seit 2001 habe das US-Militär mehr als 2,16 Millionen Soldaten nach Irak oder Afghanistan geschickt. Die Behandlung von PTBS koste über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen 6.000 und 10.000 Dollar pro Fall. Daraus ergeben sich den Angaben zufolge geschätzte Gesamtkosten von 1,5 bis 2,7 Milliarden Dollar.
Berücksichtigt sind dabei ausschließlich die direkten Kosten der psychologischen Behandlung. "Die wirtschaftlichen Folgekosten etwa aufgrund der eingeschränkten Arbeitsmarkteignung der Betroffenen liegen deutlich höher", betonte Erdal Tekin von der Georgia State University, der die Studie mit verfasst hat. Da das PTBS-Risiko durch den Einsatz in schweren Feuergefechten immens steigt, plädieren die Autoren dafür, bei der Truppenrotation nicht nur die Dauer, sondern vor allem die Intensität des Einsatzes zu berücksichtigen.
dapd
