Bundesliga-Kolumne zum 19. Spieltag Gesellenstück: Jagdszenen im Wildpark

Gesellenstück: Jagdszenen im Wildpark

In diesen Zeiten, wo Spitzensport ohne Sponsoring nicht vorstellbar ist, muss man schon nach Fußballarenen suchen, die nicht den Namen von Versicherungen, Banken, Biermarken oder Energieversorgern tragen. Eine der letzten Oasen der Nostalgie ist das Karlsruher Wildparkstadion, bei dem sich allerdings einige Skeptiker auch nicht ganz sicher sind, ob mit "Wildpark" vielleicht eine regionale Magenbittersorte gemeint sein könnte. Aber ganz egal, ob die KSC-Heimstätte nun tatsächlich nach einem Konkurrenzprodukt zu Jägermeister benannt ist – seinen Namen trägt der Wildpark definitiv zurecht: Nicht nur, weil hier je nach Gegner immer wieder mal "Zebras", "Wölfe" oder "Fohlen" frei rumlaufen. Sondern auch, weil es sich beim Karlsruher Manager Rolf Dohmen offenbar um eine ganz besonders ungezähmte Kreatur handelt. Als sein abstiegsgefährdeter KSC gegen den zuvor schon mit 2:0 vorne gelegenen Hamburger SV in der letzten Minute den Siegtreffer erzielte, ging der ansonsten so seriös wirkende Funktionär durch wie ein Mustang auf Ecstasy, soll aber mittlerweile wieder eingefangen und in seine Box zurückgebracht worden sein. Da wird es Zeit, dass die Mannschaft möglichst schnell dem Tabellenkeller den Rücken kehrt, nicht dass man den buckelnden Sportdirektor noch aus Selbstschutz umsiedeln muss.

stga