Geschönte Verbrauchsangaben sorgen für Steuerverluste

Neue Kfz-Steuer: Umwelthilfe fordert unabhängige Prüflabors

Geschönte Verbrauchsangaben sorgen für Steuerverluste

Mit der teilweisen Umstellung der Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß drohen dem Bund seit Juli nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Steuerverluste in jährlich dreistelliger Millionenhöhe. Grund sei die seit Jahren „zunehmende Kreativität der Automobilhersteller beim Zustandekommen der offiziellen Spritverbrauchsangaben neuer Pkw-Modelle“.

Diese würden immer stärker vom tatsächlichen Verbrauch im Fahrbetrieb abweichen. Bisher ermitteln die Hersteller mit einem EU-weit normierten CO2- und Verbrauchstest die Kraftstoffverbräuche der Fahrzeuge selbst. Dabei würden durch den Einsatz von Leichtlaufölen und -reifen, einem extrem erhöhten Reifendruck die Verbräuche vermindert. Elektrische Verbraucher wie Autoklimaanlagen würden deaktiviert und die Messungen grundsätzlich mit vollgeladener Batterie durchgeführt. Das führt dazu, dass der Verbrauch im Alltagsbetrieb bei vielen Modellen um bis zu 33 Prozent über den offiziellen Angaben der Hersteller liegt. Weil die unrealistischen Verbrauchsangaben Millionen Autokäufer verärgern, hat sich der ADAC der Sache bereits vor sechs Jahren angenommen und einen eigenen „Eco-Test“ mit einem „wirklichkeitsnahen“ Testzyklus entwickelt. Die DUH hat die aktuellen Datensätze der Hersteller und des ADAC-Tests systematisch abgeglichen. „Für die weit überwiegende Zahl der Modelle liegen die vom ADAC ermittelten Spritverbräuche ganz erheblich über den Verbrauchsangaben“, sagte die DUH-Projektleiterin Barbara Göppel.

Daher fordert die DUH, dass unabhängige Prüflabors die Verbrauchsmessung im Auftrag der Kraftfahrt-Bundesamtes durchführen.dhz

Eine Verbrauchstabelle, die Hersteller- und ADAC-Werte vergleicht, finden Sie unter www.deutsche-handwerks-zeitung.de, DHZ-Code 997079