Urteil zu gefälschten Abgaswerten Gerichtsurteil in Hamburg: Diesel-Fahrer gewinnt gegen VW

Ein Dieselkäufer hat das Recht auf einen Neuwagen, wenn er ein Auto mit gefälschten Abgaswerten gekauft hat. Dies entschied das Landgericht Hamburg und sprach damit zum ersten Mal einem Autokäufer das Recht auf eine umfängliche Entschädigung zu.

Ein Hamburger Diesel-Fahrer hat einen Gerichtsprozess gegen VW gewonnen. Er hat Recht auf einen Neuwagen. - © vrstudio - stock.adobe.com

Erstmals hat ein Richter in Deutschland ein VW-Autohaus dazu verurteilt, einen Diesel mit gefälschten Abgaswerten zurückzunehmen, obwohl bereits ein Update erfolgt war – und ihn gegen das Nachfolgemodell auszutauschen (Az. 329 O 105/17). Dies erklärte der NDR gestern in einem Bericht.

Der NDR zitiert den Anwalt des Klägers mit den Worten, es handele sich um ein "Nonplusultra-Urteil", das Strahlkraft auf andere ausstehende Prozesse haben werde. Noch nie habe ein VW-Kunde in so vielen Punkten Recht bekommen. Der Käufer hatte demnach vor drei Jahren einen VW Tiguan gekauft, eines der Fahrzeuge mit gefälschten Abgaswerten. Dem Gericht zufolge muss VW den Wagen zurücknehmen und gegen einen Neuwagen tauschen.

Der Mandant hat dem Anwalt zufolge das Auto mit Software nachgerüstet. Bisher hatten deutsche Gerichte darin eine Behebung des Schadens gesehen und weiteren Schadenersatz stets abgelehnt. Anders das Landgericht Hamburg: Der Richter befand dennoch, dass er das Recht auf einen Neuwagen habe. Auch deshalb, weil die Nachrüstung zu einem schnelleren Verschleiß führen könne. VW kann das Urteil vor dem Oberlandesgericht anfechten. dhz