Kolumne Geradlinige Azubis: Das sollten Sie über diese Arbeitstypen wissen

Unter den zahlreichen Lehrlings-Typen gibt es auch die Geradlinigen, die zielstrebig auf ihr Ziel hinarbeiten. Das ist in der Regel ein Gewinn für den Betrieb. Wie sie arbeiten und wie Ausbilder sie unterstützen können, erklärt Ausbildungsberater Peter Braune.

Zielstrebis
Geradlinige Lehrlinge haben stets ihr Ziel im Fokus und arbeiten daraufhin, ohne sich groß ablenken zu lassen. - © Cagkan - stock.adobe.com

Geradlinige Lehrlinge denken und handeln nicht zu kompliziert. Haben sie eine Aufgabe oder einen Auftrag übernommen, fühlen sie sich dazu verpflichtet, ihren Beitrag zur ordnungsgemäßen Umsetzung zu leisten. Sie bleiben dabei, bis alles erledigt ist und verschwenden nicht viele unnötige Gedanken, die nichts mit der eigentlichen Tätigkeit zu tun haben.

Die geradlinigen Lehrlinge sind auch ehrlich und offen. Sie besitzen die Fähigkeit, ihr Denken und Handeln, auch über einen längeren Zeitraum, auf ein Lernziel zu richten. Das kann direkt oder indirekt erreichbar sein.

Ihr Streben bedeutet, dass sie fleißig, arbeitsam, beharrlich oder eigenverantwortlich sind. Die Geradlinigkeit ist demnach, in ihrer bestmöglichen Form, das ausdauernde Handeln, welches auf das Erreichen der Lernziele ausgerichtet ist, die im betrieblichen Ausbildungsplan festgelegten wurden.

Die Zeiten, in denen die Lehrlinge nur für das Kaffeekochen und Brotzeitholen zuständig waren, sind hoffentlich in allen Lehrbetrieben vorbei.

Die Geradlinigkeit ist jedoch kein Merkmal, das nur bei den Lehrlingen erwünscht ist.

So sollten Ausbilder geradlinige Lehrlinge unterstützen

Zur erfolgreichen Ausbildung gehören zwei Parteien. In der Lernbegleitung verhalten sich für die Ausbildung verantwortliche Personen partnerschaftlich. Das gemeinsame Ziel ist, die Lehre erfolgreich durchzuführen und zu beenden. Zum Führungsstil gehören, außer der Geradlinigkeit auch das Entgegenkommen.

Insbesondere die Meisterin oder der Meister bauen auf Vertrauen und schaffen das Klima, in dem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Hierzu gehören vor allem Offenheit, Ehrlichkeit und Geradlinigkeit, Übernehmen von Verantwortung und Zuverlässigkeit. Durch die menschliche Achtung füreinander, die Bereitschaft zu offener Zusammenarbeit, die Aufrichtigkeit sowie die Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme, zeigen alle, die sich um die Lehrlinge kümmern, dass ihnen Menschen wichtiger sind als Dinge.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.