Der beim Anschlag auf ein Sicherheitstreffen in Nordafghanistan verwundete General Markus Kneip wird nach Deutschland ausgeflogen. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan werde sich in der Bundesrepublik einer Spezialbehandlung vor allem seiner Verbrennungen unterziehen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, am Montag in Berlin.
General Kneip wird in Deutschland behandelt
Berlin (dapd). Der beim Anschlag auf ein Sicherheitstreffen in Nordafghanistan verwundete General Markus Kneip wird nach Deutschland ausgeflogen. Der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan werde sich in der Bundesrepublik einer Spezialbehandlung vor allem seiner Verbrennungen unterziehen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Christian Dienst, am Montag in Berlin. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) habe am Sonntag mit Kneip telefoniert.
Der General solle drei Wochen in Deutschland behandelt werden, sagte Dienst. Danach werde er nach derzeitiger Planung nach Afghanistan zurückkehren. Zusammen mit Kneip würden am Dienstag eine schwer verletzte Soldatin und ein mittelschwer verletzter Soldat ausgeflogen. Brigadegeneral Dirk Backen, der seit Februar beim ISAF-Regionalkommando Nord tätig ist, werde Kneip bis zu dessen Rückkehr vertreten.
Die zentrale Trauerfeier für die bei Anschlägen in Nordafghanistan getöteten drei Bundeswehrsoldaten wird am Freitag in Hannover abgehalten. Dienst sagte, die zunächst in Stadtallendorf für den am Mittwoch Gefallenen geplante Feier werde es nicht geben. An der Veranstaltung in Hannover wolle auch Kneip teilnehmen, da die beiden am Samstag getöteten Soldaten im "direkten persönlichen Arbeitsumfeld" des Generals tätig gewesen seien.
Nach Angaben eines Sprechers der Hunsrück-Kaserne in Kastellaun sollten die beiden Leichen noch am Montag nach Deutschland überführt werden. Der Flieger werde am Abend auf dem Militärflughafen Köln-Wahn erwartet.
Berichten zufolge wurde der Anschlag am Samstag von einem Selbstmordattentäter in einer afghanischen Polizeiuniform ausgeführt. Auch Dienst sprach von einem Mann in Uniform. Man dürfe aber die afghanischen Polizisten und Soldaten nicht unter Generalverdacht stellen, auch wenn die Situation "sehr schwierig" sei, sagte Dienst. "Man muss zwangsläufig auf Vertrauen setzen." Die afghanische und die internationale Seite seien darauf angewiesen zusammenzuarbeiten.
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, sagte am Montag, die deutschen Soldaten in Afghanistan seien "permanent größter Bedrohung ausgesetzt". Die Truppe "erträgt diese schwierigen und extrem fordernden Bedingungen in heldenhafter Art und Weise".
Kirsch äußerte sich bestürzt über den Anschlag am Samstag. "Wir trauern um unsere beiden gefallenen Kameraden. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihren Angehörigen und Freunden", sagte er. "Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Verwundeten."
Bei dem Selbstmordattentat am Sitz des Gouverneurs der nordafghanischen Provinz Tachar waren am Samstag neben den beiden deutschen Soldaten mindestens vier Afghanen getötet worden. Insgesamt fünf Bundeswehrsoldaten wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die Taliban.
dapd
