Bauern jammern und nehmen Enteerwartung zurück Gemüsepreise steigen trotz Trockenheit nicht

Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat nach Expertenmeinung bisher nicht zu steigenden Preisen für Obst und Gemüse in Deutschland geführt. Aber die Bauern warnen vor Ernteausfällen später im Jahr.

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Gemüsepreise steigen trotz Trockenheit nicht

Berlin (dapd). Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat nach Expertenmeinung bisher nicht zu steigenden Preisen für Obst und Gemüse in Deutschland geführt. Aber die Bauern warnen vor Ernteausfällen später im Jahr.

Marktexperte Hans-Christoph Behr von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) beobachtet statt Preissteigerungen aktuell sogar einen umgekehrten Effekt: "Die Trockenheit lässt die Preise bisher nicht steigen, weil viele Früchte wie Erdbeeren noch unter Folie sind, oder die Landwirte ihre frühen Produkte beregnen. Die Wärme der letzten Wochen aber fördert das Wachstum", sagte er am Mittwoch.

Als Beispiele nennt Behr Kopfsalat, der in der vergangenen Woche 46 Cent pro Stück kostete, vor einem Jahr aber 63 Cent. Kohlrabi habe 49 Cent gekostet, nach 64 Cent im vorigen Jahr. Auch bei den von vielen Kunden erwarteten deutschen Erdbeeren sieht Behr noch keine Probleme: "Wer keine Beregnung hat, sollte mit dem Anbau von Erdbeeren gar nicht erst anfangen." Auch die Spargelernte leide nicht unter der Trockenheit. Offen ist aber auch für Behr, was passiert, wenn der Regen weiterhin ausbleibt, nicht alle Felder für Möhren, Blumenkohl oder Kartoffeln könnten bewässert werden.

Bauern bereiten Kunden auf Preiserhöhungen vor

Die deutschen Landwirte befürchten wegen der Trockenheit aber Ernteverluste. Eine Umfrage des Bauernverbands ergab, dass nach den bereits deutlich verringerten Ernteerwartungen beim Raps nun auch die Hoffnungen auf eine gute Getreideernte sinken. Selbst der angekündigte Regen würden die Einbußen nicht mehr verhindern können, erklärte der Verband in Berlin. Eine Beregnung der Ackerflächen sei nur begrenzt möglich und sehr teuer.

In wichtigen Anbaugebieten für Wein hätten in der vergangenen Woche nächtliche Fröste zu Schäden geführt, erklärte der Verband. In Rheinhessen, der Pfalz, Württemberg und Franken sei auch der Obstbau betroffen. Auch aus dem Rheinland und dem Land Brandenburg seien Schäden im Obstbau bis hin zu Totalausfällen gemeldet worden. Betroffen seien Äpfel, Birnen, Kirschen und Erdbeeren. Im Gemüsebau erwartet der Verband einen extremen Kostenanstieg infolge der Bewässerung der Kulturen.

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